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Die hessische Polizei hat eine "Polizeidrohne" präsentiert.
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Die hessische Polizei hat eine "Polizeidrohne" präsentiert.

Polizei in Hessen

Streifendienst mit Drohne

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Die hessische Polizei will Drohnen vorrangig zur Aufnahme von Unfällen und Tatorten einsetzen. Sie sind deutlich günstiger und leiser als ein Hubschrauber.

Das Summen in der Halle der Polizeifliegerstaffel in Egelsbach erinnert an einen besonders lauten Hornissenschwarm. Insekten sind nicht in Sicht, dafür aber eine Drohne des Typs „Yuneec H520“. Das kleine Flugobjekt soll künftig hessenweit bei der Polizei zum Einsatz kommen, vorrangig zur Aufnahme von Unfällen und Tatorten. In einem im Februar beginnenden Projekt sollen zunächst je eine Drohne in den Polizeipräsidien in Nord-, Mittel- und Südhessen zum Einsatz kommen, wie Harald Schneider, der Leiter der hessischen Bereitschaftspolizei, erläutert: „Das Projekt dient dazu, den Nutzwert von Drohnen für die polizeiliche Arbeit zu überprüfen.“

Derzeit läuft die Schulung der Drohnenpiloten bei der Polizeifliegerstaffel in Egelsbach, die zur hessischen Bereitschaftspolizei gehört. Der Ausbilder der künftigen Luftfahrzeugführer ist Andreas Bruns. Der Hauptkommissar beschäftigt sich seit fünf Jahren mit Drohnen, und hatte sich zuvor bereits für Modellflugzeuge interessiert, wie er erzählt. Der jetzt bei der Landespolizei getestete Typ sei „schon sehr geläufig in der Welt der Drohnen.“ Mit ihren sechs Rotoren biete sie eine gewisse Ausfallsicherheit und falle nicht gleich vom Himmel, wenn mal ein Rotor kaputt gehe. Denn die Polizei will auf alle Fälle vermeiden, dass eine Drohne abstürzt und zum Sicherheitsrisiko wird. Daher die Devise: Kein Einsatz der Drohnen über Menschenmengen, nicht höher als 50 Meter, nicht bei Nacht. Und auch nicht bei Nieselregen, wie an diesem Donnerstag, weswegen die Vorführung in der Halle über die Bühne geht.

Die Anschaffungskosten für die Drohne liegen bei 2738 Euro, inklusive einer leistungsfähigen Kamera, die allerdings mit nur einem Klick ausgetauscht werden kann, falls etwa ein Modell mit besserem Zoom oder höherer Auflösung gefragt ist. Das sind deutlich niedrigere Anschaffungskosten als bei einem Hubschrauber, den die Drohne in einigen Bereichen ersetzen soll. Die Betriebsstunde eines Hubschraubers kostet etwa 2300 Euro, die einer Drohne nur zwischen 100 und 200 Euro. Zudem macht die Drohne deutlich weniger Krach als ein Hubschrauber. Denn so mancher Bürger habe sich schon über den Einsatz von Hubschraubern über einem Wohngebiet beschwert, sagt Bruns.

Zwei Wochen dauert die Schulung der Drohnenführer. In der ersten Woche wird nur Theorie gebüffelt. Erst wer die anschließende Prüfung besteht, darf auch für eine Woche an die kleinen Schaltknüppel. Bei der Testvorführung darf Alexander Bigdon die Drohne fliegen. „Klar macht das Spaß, das ist ja etwas Neues“, sagt der Pilot, der ansonsten Hubschrauber fliegt.Ein Pilotenschein ist aber keine Voraussetzung für die Schulung.

Ab 5. Februar haben dann die Autobahnpolizei-Dienststellen in Butzbach und Darmstadt sowie die Kriminalpolizei in Nordhessen eine Drohne, die sie für die Ermittlungen einsetzen können. Die Testphase läuft bis 30. Juni. Dann wird geprüft, wie häufig die Drohnen zum Einsatz kamen und welchen Nutzwert sie in der täglichen Polizeiarbeit haben. Je nach Ergebnis wird festgelegt, wie viele Polizeidienststellen sich eine Drohne teilen. „Es wird nicht auf jedem Polizeifahrzeug eine Drohne sein“, sagt Bruns. Der Kreis der Drohnenlenker soll möglichst klein sein, um ausreichend Übung garantieren zu können.

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