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Schlaglöcher machen der Wirtschaft zu schaffen,

Umfrage

Straßensperren und Schlaglöcher machen Wirtschaft zu schaffen

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Mehr als 80 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich durch die zusätzlichen Umwege ausgebremst.

Zahlreiche hessische Firmen sind genervt vom Zustand des Straßen- und Schienennetzes. Das hat eine Umfrage der Hessischen Industrie- und Handelskammer (HIHK) ergeben, die am Mittwoch in Wiesbaden vorgestellt wurde. Die meisten Unternehmen fühlten sich beeinträchtigt von Brücken- und Straßensperrungen, berichtete HIHK-Präsident Eberhard Flammer. Dieses Thema hätten 82 Prozent derjenigen angegeben, die unter Missständen auf der Straße litten. Das sind fast zehn Prozentpunkte mehr als fünf Jahre zuvor.

Flammer nannte die Salzbachtalbrücke auf der Autobahn 66 bei Wiesbaden als Beispiel. Es sei „besonders schmerzhaft“, dass der Schwerverkehr ab 7,5 Tonnen die Brücke Richtung Frankfurt nicht mehr befahren könne.

Gebessert hat sich die Lage offenbar bei Schlaglöchern. Gut die Hälfte der Befragten nannte sie als Problem auf Hessens Straßen – vor fünf Jahren waren es noch 60 Prozent gewesen. Nach Beeinträchtigungen durch Baustellen hatte sich der Verband gar nicht bei seinen Mitgliedsunternehmen erkundigt. Die nimmt die HIHK gerne in Kauf, da sich dadurch der Zustand der Straßen verbessere. Präsident Flammer sagte sogar: „Wir freuen uns über jede Baustelle.“

Nicht ganz so groß ist der Leidensdruck beim Schienennetz. Jedes fünfte Unternehmen fühlt sich dadurch beeinträchtigt. Von diesen Firmen werden vor allem Verspätungen der Züge beklagt.

Rund drei Viertel dieser Unternehmen sehen sich durch Verspätungen und Zugausfälle im Personenverkehr beeinträchtigt, 44 Prozent leiden unter Verspätungen im Güterverkehr auf der Schiene. Auch eine schlechte Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, zu lange Fahrzeiten und fehlende Gleisanschlüsse werden als Probleme benannt.

Mehr Investitionen gefordert

Die Unternehmenslobby forderte die Landesregierung und die Kommunen dazu auf, mehr Geld in die Infrastruktur zu stecken. Zwar seien die Industrie- und Handelskammern froh, dass der Etat für die Landesstraßen auf 177 Millionen Euro erhöht worden sei, sagte Flammer in Richtung des grünen Verkehrsministers Tarek Al-Wazir. Das seien aber immer noch 70 Millionen Euro zu wenig, um auch nur den Verschleiß des jeweiligen Jahres ausgleichen zu können.

Als „Generationenaufgabe“ bezeichnete der Kammerpräsident den Ausbau der Schienenkapazität. Es bestehe große Einigkeit, dass dies notwendig sei. Benötigt werde aber auch ein „durchgriffiges Baurecht“, damit die Strecken in vernünftigen Zeiträumen geschaffen werden könnten. „Dann löst sich das Thema Verspätungen und Zugausfälle.“

Die HIHK-Vertreter drangen auf eine Stärkung des Frankfurter Flughafens. Sie warnten zugleich davor, das Nachtflugverbot auszuweiten, das von 23 bis 5 Uhr gilt. Unternehmen könnten dann an andere Flughäfen ausweichen oder ihre Investitionen verlagern, sagte Flammer. In diese Richtung hatten sich neun bis 13 Prozent derjenigen Firmen geäußert, die Flughäfen nutzen.

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