1. Startseite
  2. Rhein-Main

Straßenbahn als Regio-Projekt zwischen Frankfurt und Langen

Erstellt:

Von: Oliver Teutsch

Kommentare

Die bisherige Endhaltestelle der Linie 17 in Neu-Isenburg.
Die bisherige Endhaltestelle der Linie 17 in Neu-Isenburg. © ROLF OESER

Eine Studie soll Machbarkeit einer Verlängerung der Frankfurter Linie 17 nach Langen prüfen. Auch Neu-Isenburg und Dreieich beteiligt.

Das Projekt einer Straßenbahnverbindung zwischen Frankfurt und Langen nimmt Fahrt auf. Die vier beteiligten Kommunen Frankfurt, Neu-Isenburg, Dreieich und Langen unterzeichneten am Freitag im Frankfurter Rathaus die Vereinbarung für eine Machbarkeitsstudie der rund 8,5 Kilometer langen zusätzlichen Schienenstrecke der Linie 17, die bislang an der Stadtgrenze von Neu-Isenburg endet. Eine zuvor in Auftrag gegebene Potenzialstudie hatte die Trasse als „realisierbar“ bezeichnet.

Demnach könnten von einer solchen Verbindung 130 000 Einwohner:innen sowie 90 000 Arbeitsplätze profitieren. Die tägliche Nachfrage auf der bisherigen Strecke vom Frankfurter Rebstock bis zur Stadtgrenze Neu-Isenburg könne mit einer Verlängerung verdreifacht werden. Der Potenzialstudie zufolge ist mit täglich 5000 zusätzlichen Fahrgästen und mehr als 50 000 eingesparten Pkw-Kilometern zu rechnen.

Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) freute sich über die „überraschend schnelle und positive Entwicklung“ und sprach von einem „Meilenstein interkommunaler Entwicklung“. Die Stadtoberhäupter von Neu-Isenburg und Dreieich erhoffen sich von einer Straßenbahnlinie durch ihr Gebiet auch eine städtebauliche Aufwertung, weil der platzintensive Autoverkehr eingedämmt werden könne.

Etwas verhaltener fällt der Jubel bislang in Langen aus. Dort muss Bürgermeister Jan Werner (parteilos) noch gegen interne Widerstände kämpfen, die eine Straßenbahnverbindung angesichts der vorhandenen S-Bahn-Linie als zu teuer und überflüssig erachten.

Der Potenzialstudie zufolge würden allerdings täglich 4000 Fahrgäste von der stark belasteten S-Bahn auf die Straßenbahn ausweichen. Denn, so gab Frankfurts Verkehrsdezernent Stefan Majer (Grüne) zu bedenken, die S-Bahn verkehre in Neu-Isenburg und Dreieich „relativ siedlungsfern“. Da es viel Zeit in Anspruch nehme, überhaupt an den Bahnhof zu gelangen, könnten Fahrgäste die Straßenbahn bevorzugen, obwohl sie deutlich länger braucht als die S-Bahn.

Die Potenzialstudie umfasst bislang nur die Strecke von Neu-Isenburg-Stadtgrenze bis Dreieich-Sprendlingen und prognostiziert für die 5,7 Kilometer Kosten von 64 Millionen Euro. Eine Verlängerung bis zur S-Bahn-Station Langen würde zwar zusätzliche Synergien im Nahverkehr schaffen, aber auch ungleich teurer werden, da die Dreieichbahn gequert und außerdem zunächst eine Trasse durch das dicht besiedelte Langen gefunden werden müsste.

Die Machbarkeitsstudie soll ungefähr zwei Jahre dauern und verkehrliche, städtebauliche und wirtschaftliche Belange beleuchten. Die Studie kostet 360 000 Euro. Diese Kosten sollen zwischen den beteiligten Kommunen geviertelt werden. Eine mögliche Umsetzung der Verlängerung wäre aber wohl nicht vor Ende des Jahrzehnts machbar, hieß es am Freitag.

Auch interessant

Kommentare