1. Startseite
  2. Rhein-Main

„Stolz auf einen solchen Landrat“

Erstellt:

Kommentare

Die Partei steht demonstrativ hinter ihnen: Michael Cyriax, Axel Wintermeyer und Christian Heinz kandidieren erneut für ihre Ämter. knapp
Die Partei steht demonstrativ hinter ihnen: Michael Cyriax, Axel Wintermeyer und Christian Heinz kandidieren erneut für ihre Ämter. knapp © Knapp

Michael Cyriax soll am 4. Juni 2023 zum dritten Mal für die CDU antreten

Main-Taunus - Seit Samstagmittag ist es offiziell: Die CDU Main-Taunus zieht erneut mit Landrat Michael Cyriax in den (Wahl-)Kampf um das politische Spitzenamt im Main-Taunus-Kreis. Zweifel gab es daran keine. Und dass es Zeiten gab, in denen aus den eigenen Reihen schon mal gegen den Chef im Landratsamt geschossen wurde, ist längst Schnee von gestern. Die Christdemokraten im Kreis präsentierten sich am Samstag in der Großen Schwarzbachhalle in Kriftel bewusst geschlossen und einig. „Wer sich nur mit sich selbst beschäftigt, kann sich nicht mit den Menschen beschäftigen“, das habe die CDU auf Bundesebene bitter erfahren müssen, so Parteichef Axel Wintermeyer. Dagegen zeigten „Geschlossenheit und Teamarbeit“ der Partei im MTK seit Jahren Wirkung, bilanzierte der Vorsitzende, der auch Hessischer Staatsminister ist. „Lassen Sie uns daran anknüpfen.“ Die Anwesenden mussten aber an diesem Tag erst einmal ein straffes Programm bewältigen. Bei gleich drei aufeinanderfolgenden Parteitagen waren am Samstag personell die Weichen für die in 2023 anstehenden Wahlen zu stellen. Nach der Kür der Landtagskandidaten und ihrer Stellvertreter und der Wahl der Delegierten der Landesvertreterversammlung ging es schließlich darum, Michael Cyriax ein drittes Mal auf den Schild zu heben. Nach 2011 und 2017 soll der gebürtige Marburger, der 2003 als Kreisbeigeordneter im MTK anfing, am 4. Juni 2023 für weitere sechs Jahre das Landratsamt für die Christdemokraten sichern.

Der zum Versammlungsleiter erkorene CDU-Fraktionschef im Kreistag, Frank Blasch, lobte den einstimmig vom Kreisvorstand nominierten Cyriax als „umsichtig, besonnen, mit hoher Fachkompetenz ausgestattet und erfolgreich.“ Der Jurist sei „in der Bevölkerung hoch geschätzt und anerkannt für seine Art der Kommunikation“ und zeige immer und überall Präsenz. „Wir können stolz, froh und glücklich sein, einen solchen Landrat zu haben“, resümierte der Versammlungsleiter. Der so Gelobte bekannte, seine Gesichtsfarbe habe „etwas leicht Rötliches angenommen“ bei Blaschs Worten, und hob seinerseits die „Gemeinschaftsleistung“ der CDU im Main-Taunus hervor. „Wir arbeiten zusammen und spielen uns die Bälle zu“, so der Landrat.

WEITERE WAHLEN

Auf Erfahrung und Kontinuität setzt die CDU im Main-Taunus-Kreis. Christian Heinz und Axel Wintermeyer haben von beidem reichlich vorzuweisen. Der Hofheimer Wintermeyer (62) ist seit 1999 Mitglied des Hessischen Landtags und seit 2010 zudem Staatsminister. Der Eppsteiner Heinz (46) war 2010 nach dem Amtsverzicht Roland Kochs für diesen in den Landtag nachgerückt und hat dann in den anstehenden Wahlen das Direktmandat jeweils genauso souverän errungen, wie es die CDU von Wintermeyer gewohnt ist. Der ausgewiesene Innenpolitik-Experte der Union im Landtag, der zudem wie Wintermeyer nach wie vor ehrenamtlich im Parlament seiner Heimatstadt und im Kreistag Politik macht, erfreut sich in der Partei größter Beliebtheit. Die anwesenden 63 Delegierten seines Wahlkreises 32 (Main-Taunus Ost) bescherten ihm entsprechend ein bejubeltes 100-Prozent-Ergebnis.

Gleiches blieb Wintermeyer verwehrt, der 5 Nein-Stimmen einstecken musste und so auf 92,3 Prozent kam. Ein Stück weit wohl ein Zeichen, dass ihm einige wenige noch nachtragen, ihrer Meinung nach zu lange für Angela Merkels Kurs und ihre Wunschkandidaten an der CDU-Spitze eingetreten zu sein.

Auch Fabian Beine, neuer stellvertretender Landtagskandidat für Wintermeyer, hat offenbar nicht nur Freunde in der Partei. 11 von 66 Delegierten im Wahlkreis 32 votierten gegen den Rechtsreferendar aus Kelkheim, der damit ein deutlich schlechteres Ergebnis erhielt als die in gleicher Rolle im Wahlkreis 33 fungierende Susanne Fritsch, die bei fünf Nein auf 92,1 Prozent Zustimmung kam.

Hattersheims Bürgermeister Klaus Schindling übernahm es dann, die CDU-Basis auf die anstehenden Wahlkämpfe einzuschwören. Es gelte, für die Kandidaten zu „laufen, als gäb’s kein Morgen mehr.“ Denn „die Politik, die wir in den Kommunen machen, funktioniert umso besser, wenn der Draht in den Landtag und den Kreis gut ist“. babs

Cyriax sprach an, dass angesichts der aktuellen Krisen auf Kommunen und Landkreise immer mehr Aufgaben und Verantwortung zukämen. Zunehmend sei Krisenmanagement gefragt. In den nächsten Jahren werde es daher schon als „großer Erfolg“ zu werten sein, wenn es gelinge, „das, was wir gemeinsam erarbeitet haben, zu sichern und zu konsolidieren“. Für „Überbietungswettbewerbe“, ein „höher, weiter, schneller“ sei es nicht mehr die Zeit. „Wir müssen solide und pragmatisch arbeiten.“

Für wichtig hält der 53-Jährige zudem, „Zuversicht zu verbreiten“, dass es weiter die Chance gebe, das eigene Leben und die Zukunft zu gestalten. Investitionen in die Schulen sollen ein Schwerpunkt bleiben. Den Klimawandel gelte es zu begleiten und sich an seine Folgen anzupassen. Den Schwachen zu helfen, sei zudem ein Anliegen auch für die nächsten sechs Jahre, zu dem er gern seinen Beitrag leisten wolle. Die Delegierten gaben ihm dazu Beifall, und das nötige Vertrauen: 95,3 Prozent bestätigten Cyriax als Bewerber der CDU ums Landratsamt.

Auch interessant

Kommentare