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Heusenstamm

Stillstand in Heusenstammer Werk wegen Corona-Testverweigerern

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Das Baustoffunternehmen BMI in Heusenstamm steht zeitweise still, weil mehr als die Hälfte der Mitarbeiter einen PCR-Test verweigerten. Die Firma aber schreibt das vor.

Wer nicht alle 14 Tage einen negativen Corona-Test vorweist, darf nicht aufs Betriebsgelände. Auf diese Vorsichtsmaßnahme hat sich das Baustoffunternehmen BMI, das in Deutschland unter der Marke Braas Dachziegel vertreibt, seit Jahresbeginn mit seinen Beschäftigten verständigt. Am Firmenstandort Heusenstamm verweigerten aber 19 Mitarbeiter den PCR-Test und sorgten damit in ihrer Abteilung zeitweise für einen Produktionsstillstand. Der Streit beschäftigt mittlerweile auch das Arbeitsgericht Offenbach. Zwei Eilverfahren und ein Gütetermin liefen dort am Mittwoch, in der kommenden Woche werden 14 weitere Eilanträge verhandelt, die die Corona-Testverweigerer angestrengt haben.

Seit der Rückkehr aus dem Weihnachtsurlaub erwartet die BMI-Group mit Deutschlandsitz in Oberursel von ihren Mitarbeiter:innen im Abstand von zwei Wochen je einen negativen Corona-Test. Das Prozedere sei der Belegschaft schon vor Weihnachten angekündigt worden, sagt Pressesprecher Bernard Gualdi, und es gebe auch eine entsprechende Betriebsvereinbarung mit den Betriebsräten. Die Firma buchte bei einem externen Dienstleister für drei Monate eine geschulte Fachkraft, die PCR-Tests im Betrieb durchführt. Außerdem können sich die Arbeitnehmer:innen auch anderswo – etwa beim Hausarzt oder am Flughafen – testen lassen; BMI zahlt die Tests.

Alle der deutschlandweit 2000 Beschäftigten, die an den 18 nationalen Standorten Werksgelände betreten, und auch externe Besucher:innen wie etwa Handwerker:innen hielten sich an die Vorgabe eines negativen Nachweises, sagt Gualdi. Alle – bis auf die renitenten 19 Mitarbeiter der Gießerei am Standort Heusenstamm. Normalerweise gießen dort 34 Beschäftigte Aluminium für Dachzubehör wie etwa Schornsteintritte. „Die Produktion in der Abteilung stand still“, sagt Gualdi. „Wir konnten unsere Kunden aber Gott sei Dank mit Lagerware bedienen.“ Momentan laufe die Gießerei auf 60 Prozent.

Verweigerer sind ohne Lohn

„Am Anfang haben wir versucht, die Testverweigerer zu überzeugen“, sagt Gualdi. Ab Mitte Januar sei der Lohn für den jeweiligen Tag dann so lange nicht mehr gezahlt worden, bis der Arbeiter „einen Test beibrachte“. Zwei der 19 Personen hätten sich mittlerweile darauf eingelassen und seien an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt.

Die restlichen Testverweigerer klagen vor dem Arbeitsgericht Offenbach auf Beschäftigung. Laut SWR-Recherchen sind die Anwälte, die sie sich genommen haben, sehr aktiv in der Corona-Kritiker- und „Querdenker“-Szene.

In den Eilverfahren führten sie ins Feld, der PCR-Test sei unverhältnismäßig, weil er einen invasiven Eingriff in die körperliche Unversehrtheit darstelle. Die Richter wiesen die Eilbedürftigkeit allerdings zurück. Beim Gütetermin kam es zu keiner Einigung, weil beide Parteien auf ihren Standpunkten beharrten. Eine mündliche Hauptverhandlung ist auf den 10. Februar terminiert.

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