Georg Wengert klagt gegen die Fraport.
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Georg Wengert klagt gegen die Fraport.

"Steuergelder vernichtet"

Georg Wengert hat Fraport wegen des Manila-Debakels verklagt

Frankfurter Rundschau: Herr Wengert, Sie kommen gerade aus Manila. Was haben Sie dort gemacht?

Georg Wengert: Ich habe mir das Terminal auf dem Ninoy-Aquino-Airport angeschaut. Das ist fast fertig und rottet jetzt vor sich hin. Da wurden 450 Millionen Euro in den Sand gesetzt. Außerdem habe ich in Manila mit hochrangigen Persönlichkeiten aus Politik und Wirtschaft sowie mit zahlreichen Medienvertretern ausführlich über die Hintergründe dieses Fraport-Projekts diskutiert.

Bisher war von 350 Millionen die Rede.

Das ist noch nicht die abschließende Rechnung.

Wer hat Ihre Reise bezahlt?

Die habe ich selbst bezahlt. Ich mache das vorrangig aus Idealismus und Überzeugung, das können Sie mir glauben oder auch nicht. Ich ärgere mich maßlos darüber, dass in Manila 450 Millionen Euro Steuergelder vernichtet wurden und niemand daran wirklich Anstoß nimmt.

Was werfen Sie der Fraport vor?

Vorstand und Aufsichtsrat hatten Unterlagen, die schon vor dem Einstieg in das Projekt Manila wegen unüberschaubarer Risiken dringend gewarnt haben.

Woher wissen Sie das?

Die Unterlagen sind mir anonym zugesandt worden. Sie waren plötzlich da. Ich habe sie teilweise auch schon dem Landgericht Frankfurt zur Verfügung gestellt.

Am 3. Dezember ist Verhandlungstermin. Sie sind Wirtschaftsprüfer und Steuerberater. Wen vertreten Sie eigentlich?

Ich vertrete mich selber und werde am Mittwoch auch persönlich anwesend sein.

Sind Sie Fraport-Aktionär?

Ich habe, sagen wir einmal, zwanzig Aktien. Aber darum geht es nicht, wie viele Aktien ich habe. Ich vertrete auch die Steuerzahler, die mit 71 Prozent an dem Staatsunternehmen beteiligt sind. Das, was bei Fraport läuft, ist das Spiegelbild unserer Gesellschaft. So geht es in vielen deutschen Großunternehmen zu.

Ungewöhnliche Worte für einen Wirtschaftsprüfer.

Ich gelte in meinem Berufsstand als Querulant.

Welche Chancen rechnen Sie sich vor Gericht aus?

Ich denke 50:50, so wie immer.

Und wenn Sie verlieren?

Dann gehe ich in die nächste Instanz.

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