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Nur auf dem Brunhildesfelsen herrscht am Samstag leichtes Gedränge.  Monika müller (2)
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Nur auf dem Brunhildesfelsen herrscht am Samstag leichtes Gedränge.

Hochtaunus

Sternwanderung zum Feldbergplateau

  • vonJürgen Streicher
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Regenfusel und Nebelsuppe bremsen Ausflügler in den Hochtaunus am Sonntag, das Chaos bleibt aus.

Gut, dass es zur strahlenden Sonne am Samstag keinen Schnee gab. Denn der Magnet Großer Feldberg zieht, und Sonne und Schnee in Kombination machen ihn unwiderstehlich. Früher nannte man ihn den Frankfurter Hausberg, an solchen Tagen will ihn die gesamte Region in Beschlag nehmen. Im Sturm am liebsten und mit dem Auto ganz weit hoch hinauf. Tage, die Verkehrs- und Bergwacht in Alarmstimmung versetzen.

Die Karawane zieht nach oben, von allen Seiten, am Samstag bereits vor der Mittagsstunde, die Sonne lockt. Auf dem letzten Teilstück oberhalb des Sandplackens wird schon um kurz nach zwölf Uhr eine zweite Bahn zwischen den Bäumen neben dem eigentlichen Weg eröffnet. Für den Abstand. Viele Familien, kleine Kinder, vom Parkplatz ist es nicht weit hinauf, das kann jeder schaffen. An der letzten Kehre, wo sich die Hauptadern vom Sandplacken und vom Roten Kreuz her treffen, ist Schluss. Hier stehen die Männer von der Verkehrswacht und lassen nur noch Radler und Linienbusse durch.

Regelungen

Vom 24. bis zum 27. Dezember sowie an Silvester und am Neujahrstag ist die Zufahrt zum Plateau des Großen Feldbergs generell für den Individualverkehr gesperrt und nur für Busse im ÖPNV möglich. Dies gilt ab der letzten Abzweigung von der L3024 zum Gipfel.

Je nach Besucheraufkommen und aktueller Verkehrslage können Sperrungen schon ab Sandplacken und ab Rotem Kreuz aus Richtung Königstein erfolgen, kündigen der Naturpark Hochtaunus und der Taunus-Touristik-Service (TTS) an. jüs

Gaby und Gerd aus Frankfurt sind deswegen zu Fuß das letzte Stück gekommen, leicht grummelnd zeigen sie aber Verständnis für die Einschränkung. „Ist ja auch mal ganz nett“, sagt die begeisterte Motorradfahrerin, mit dabei im Handgepäck eine Thermoskanne für den Kaffee, den sie sich sonst am Kiosk der Wanderer im alten Turm holen. Überraschung: Kiosk ist geöffnet, ein paar Schritte weiter auch die zentrale Kioskhütte neben dem „Food Trailer“, es gibt sogar Pommes und Bratwurst.

„Es werden Leute kommen, aber so, dass wir das handeln können“, hatte Oliver Link, Leiter des regionalen Verkehrsdienstes der Polizeidirektion Hochtaunus vorausgesagt. Kein Schnee, mehr Ordnung auf den Straßen. Damit es nicht „kollabiert“, gibt es ein Mehrstufenkonzept. Erst die letzte Spitzkehre; sind die Parkplätze Richtung Rotes Kreuz und Sandplacken komplett belegt, werden auch dort Sperren aufgebaut. Am Samstag nicht nötig, auch am frühen Nachmittag gab es immer wieder freie Plätze.

Nur auf dem Brunhildisfelsen leichtes Gedränge, viele wollen wenigstens mal kurz zum absolut höchsten Punkt mit heute perfekter Weitsicht. Eine Maske trägt hier niemand, vereinzelt nur Schals um Mund und Nase gegen den kalten Wind. Die Falknerin vom Falkenhof zeigt eine Eule auf Distanz, fast alle achten auf Abstand. Nur eine „Familie“ mit acht gleichaltrigen jungen Männern und Frauen lagert mit Kaffee „to go“ eng beieinander in der Nähe der Weitsprunggrube des historischen Sportplatzes. Kein Grund für Verkehrshelfer Günther Weiß, mit Warnweste auf Patrouillengang, Einwände zu erheben, nicht sein Job. Abstands- und Hygieneregeln gelten auch im Wald. Erwartet wird Eigenverantwortung, Corona-Party-Tourismus erlebt der höchste Taunusgipfel an diesem schönen Tag nicht. „Das haben wir hier nicht“, so Weiß.

Die Appelle der Touristiker im Naturpark Taunus scheinen zu fruchten, die Sternwanderung zerfranst schon ab der Endstation der U3 an der Hohemark. Die Menschen strömen zu Fuß oder mit Mountainbike auch ohne Gipfelnähe in den Wald. Parkplatz ausgebucht wie an der Talstation, das gilt auch ein Stück weiter oben an der großen Kurve, gilt für den Sandplacken, gilt an vielen Waldwegen. So gibt es am frühen Nachmittag immer wieder freie Parkplätze ziemlich weit oben. Stufe 2 des Sperrkonzepts ist nicht nötig. „Alles ruhig im Nebel“, heißt es bei der Polizeidirektion Bad Homburg am Nachmittag.

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