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Sterben wird teurer

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Ein Ort für die Lebenden und die Toten: Friedhof in Kronberg. priedemuth
Ein Ort für die Lebenden und die Toten: Friedhof in Kronberg. priedemuth © jp

Auch Bestatter haben höhere Energiekosten

HOCHTAUNUS - Was kostet es zu sterben? Nun, da die Energiepreise stark gestiegen sind, haben auch Bestattungsunternehmen höhere Kosten. „Ja, das betrifft uns natürlich auch“, sagt André Zahradnik, Geschäftsführer vom „Bestattungshaus Eckhardt“ in Bad Homburg. Daniela Schüler kann das ebenfalls bestätigen. Sie leitet die „Pietät Mest“ in der Kurstadt und die „Pietät Engelsfunke“ in Kronberg. Ihre Mutter ist zudem die Chefin der „Pietät Jamin“ in Oberursel, so dass Schüler einen guten Überblick von der Entwicklung im Hochtaunus hat. Einige Kosten seien definitiv gestiegen, sagt auch sie.

Doch was kostet eine Bestattung? Eine Beerdigung bietet viele Wahlmöglichkeiten - somit können die Preise, die am Ende zu zahlen sind, sehr unterschiedlich ausfallen. Trauernde haben die Wahl zwischen Erd- oder Feuerbestattung - und bei Letzterer, ob die Urne in einem Friedwald eingesetzt oder die Asche ins Meer gestreut wird. In Nachbarländern sind zudem Luftbestattungen erlaubt.

NEUE FRIEDHOFSGEBÜHREN IN OBERURSEL?

Die Stadtverordnetenversammlung Oberursel entscheidet heute über eine Neufassung der Friedhofsgebühren. Darin enthalten sind höhere Gebühren sowie eine Neuberechnung der Zeiträume etwa für Trauerfeiern.

Eine Urnenbestattung , die jetzt noch 165,41 Euro kostet, würde dann mit 206,05 Euro zu Buche schlagen. Eine Erdbestattung (bisher 1049,57 Euro) dann 1287,86 Euro. Die Nutzung der Trauerhalle bleibt preislich unverändert, die Nutzung des Aufbewahrungsraums (bisher 82,53 Euro) wird mit künftig 81,07 Euro günstiger.

Anders die Nutzung des Kühlraums (jetzt 67,08 Euro) - sie würde auf 105,93 Euro steigen. Die Überführung der Urne zur Grabstätte, bisher 52,30, würde künftig 90 Euro kosten. nhf

Krematorien verlangen mehr Geld

Zudem setzt sich der Preis aus vielen Posten zusammen: Bezahlt werden müssen unter anderem die Friedhofskosten, die Sargträger, die Trauerhalle, der Kühlraum, das Krematorium, die Blumen, der Steinmetz, die Todesanzeige, der Blumenhändler - viele weitere Kosten kommen hinzu. Einige davon sind in den Bestatterkosten enthalten.

Wegen der gestiegenen Kosten haben die Bestattungsunternehmen ihre Preise erhöht. Intern versuchen sie natürlich, die eigenen Kosten im Rahmen zu halten. „Wir wollen unser Institut nicht übermäßig heizen - auch, um ein wenig zu sparen“, so Zahradnik. Aber manchmal müssten die Räume eben doch beheizt werden. „Die Hinterbliebenen sollen schließlich nicht in eiskalten Räumen beraten werden.“ Zudem müssen die Kühlräume gekühlt werden. „Für das Krematorium wird Gas benötigt und für die Särge Holz.“ Daniela Schüler ergänzt: „Nicht nur die Kosten für die Krematorien sind gestiegen, auch die Fahrten dorthin kosten mehr Geld.“ Manche Preise könne das Bestattungsunternehmen auch gar nicht beeinflussen: „Wir bestellen Blumen bei einem Floristen, für den Grabstein beauftragen wir einen Steinmetz. Diese Preise können wir nicht beeinflussen.“

Was Energie- und Materialkosten betrifft, so hat die Branche gleich mit mehreren Krisen zu kämpfen: „Die Holzpreise sind teilweise bis zu 20 Prozent gestiegen. Und bei den Krematorien muss man mit um die 10 bis 15 Prozent an Preissteigerungen rechnen“, berichtet Zahradnik. Ein weiterer Kostenträger sind die Friedhofsgebühren. Diese unterscheiden sich je nach Stadt stark. Nicht so sehr bei der Benutzung einer Trauerhalle - hierfür werden in Bad Homburg 280 Euro berechnet, in Oberursel 423,97 und in Kronberg 335 Euro. Für eine Urnenbestattung dagegen müssen in Oberursel 165,41 Euro bezahlt werden, in Kronberg 210 Euro und in Bad Homburg lediglich 24 Euro. Während die Gebührensatzung der Kurstadt seit 2004 nicht gestiegen ist, gab es in Oberursel 2019 eine Erhöhung; eine weitere steht an (siehe Box). In Bad Homburg und Kronberg ist bei den Friedhofsgebühren vorerst kein weiterer Anstieg zu erwarten, wie Johanna Hutter aus der Kronberger Friedhofsverwaltung und Bad Homburgs Sprecher Thomas Steinforth bestätigen. Natürlich, so Hutter, könne sich das aber auch schnell ändern.

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