Steinbach

CDU und SPD rangeln um Sieg

  • schließen

In Steinbach gehen Steffen Bonk und Moritz Kletzka in die Stichwahl. Beide Kandidaten kündigten an, ihre Strategie der persönlichen Wählerwerbung intensiv fortzusetzen.

Bei der Bürgermeisterwahl in der einstigen SPD-Hochburg erreichte keiner der drei Kandidaten im ersten Wahldurchgang die absolute Mehrheit. Mit kräftigem Rückenwind geht CDU-Mann Steffen Bonk in die zweite Runde. Beim Showdown in zwei Wochen müssen sich die Wähler zwischen ihm und dem erst 26-jährigen Sozialdemokraten Moritz Kletzka entscheiden, der nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses bescheiden vom Erreichen eines „ersten Ziels“ sprach. So sieht das auch Bonk, der mit seinen 45,2 Prozent „mehr erreicht hat als erwartet“. Bittere Tränen vergoss indes FDP-Kandidatin Astrid Gemke, für die unter 20 Prozent eine herbe persönliche Enttäuschung bedeuteten.

Dass die Steinbacher bereits vier Jahre nach der jüngsten Wahl wieder zu den Urnen gerufen wurden, ist dem Karrieresprung des bisherigen Rathauschefs Stefan Naas zu verdanken. Der 45 Jahre alte Ur-Steinbacher mit FDP-Parteibuch ist seit Januar Landtagsabgeordneter und dort wirtschafts- und kulturpolitischer Sprecher seiner Partei. 2009 hatte sich Naas als erster FDP-Politiker im früher „roten Steinbach“ in der Stichwahl klar gegen den CDU-Kandidaten durchgesetzt, 2015 war er einziger Kandidat. Astrid Gemke konnte nur bedingt davon profitieren, dass die FDP seit der Kommunalwahl 2016 mit ihrem Traum-Ergebnis von 39 Prozent stärkste Fraktion im Stadtparlament ist.

Schon um 19 Uhr reichten sich bei der Präsentation des Ergebnisses im Feuerwehrgerätehaus Bonk und Kletzka strahlend die Hand, umgeben von Parteifreunden aus dem gesamten Kreis, angeführt von Landrat Ulrich Krebs (CDU), Ex-Minister Jürgen Banzer (CDU) und der SPD-Landtagsabgeordneten Elke Barth. „Es wird eng“, orakelte Krebs mit Blick auf die Stichwahl, „wir müssen konzentriert dran bleiben, dann schaffen wir das.“ Zuletzt hatte die CDU im Hochtaunus bei Bürgermeisterwahlen kaum mehr Erfolgserlebnisse.

Die geringe Wahlbeteiligung von knapp über 50 Prozent wurde am Wahlabend kaum thematisiert. Eher ging es um die Frage, wer am 7. April mehr FDP-Wähler mobilisieren kann. SPD und FDP bilden im Stadtparlament eine Koalition, der junge aufstrebende Moritz Kletzka könnte davon profitieren. Andererseits gilt Bonk als versierter Verwaltungsmann und als treuer Gefolgsmann des scheidenden Bürgermeisters. „Die Karten werden neu gemischt“, so Kletzka. Beide Kandidaten kündigten an, ihre Strategie der persönlichen Wählerwerbung intensiv fortzusetzen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare