Dietzenbach

Stein-Attacke: Zwei Dietzenbacher in U-Haft

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Die Polizei hat nach der Razzia am Mittwoch zwei mutmaßliche Verdächtige festgesetzt. Sie sollen am 29. Mai im Dietzenbacher Spessartviertel Einsatzkräfte mit Steinen attackiert haben.

Dreieinhalb Monate nach den massiven Steinwürfen auf Einsatzkräfte im Spessartviertel in Dietzenbach sitzen jetzt zwei Verdächtige in Untersuchungshaft. Wie die Staatsanwaltschaft Darmstadt, Zweigstelle Offenbach, und das Polizeipräsidium Südosthessen mitteilten, handelt sich dabei um einen 17-jährigen und einen 19-jährigen Dietzenbacher. Sie waren am frühen Mittwochmorgen bei einer Großrazzia mit rund 100 Polizeibeamten in Dietzenbach festgenommen worden und wanderten jetzt nach richterlicher Vorführung ins Gefängnis.

Fünf weitere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen und nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Ihnen wird unter anderem Brandstiftung, Sachbeschädigung sowie schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen. Sie gehörten mutmaßlich zu der Gruppe von gut 30 Jugendlichen und jungen Männern, die in der Nacht zum 29. Mai Polizei und Feuerwehr aus einem Hinterhalt mit Steinen angriffen, nachdem sie einen Bagger und Mülltonnen angezündet hatten.

Die Arbeitsgruppe „Wurf“, die nach der Tat beim Polizeipräsidium ins Leben gerufen wurde, hatte acht Beschuldigte im Alter von 14 bis 29 Jahren im Fokus. Gegen den 17- und den 19-Jährigen, die jetzt in U-Haft sitzen, waren schon vor den Durchsuchungen Haftbefehle erlassen worden.

Die Polizeibeamten hatten am Mittwoch bei ihrer Razzia Mobiltelefone konfisziert. Diese sollen nun nach Hinweisen auf weitere Täter durchsucht werden. Bei ihren Wohnungsdurchsuchungen fanden die Beamten den Angaben zufolge auch einen hohen fünfstelligen Betrag, der vorerst sichergestellt wurde, um die Herkunft zu klären.

Die Ermittlungen seien monatelang „akribisch“ gewesen, verlautbarte die Polizei. Trotz eingesetztem Polizeihubschrauber und Videokameras an den Häusern im Spessartviertel schien man den nächtlichen Beteiligten nicht habhaft zu werden. Anfang August setzte die Polizei 2000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise aus.

„Unsere Arbeit, insbesondere das Identifizieren weiterer Beteiligter, ist noch nicht beendet“, erklärten die Staatsanwaltschaft und eine Sprecherin der Arbeitsgruppe am Mittwoch. Die Arbeitsgruppe „Wurf“ bittet um weitere Hinweise zu den Ereignissen in der Nacht zum 29. Mai. Bilder oder Videos können auf dem Online-Hinweisportal https://polizei-hinweise.de/wurf hochgeladen werden.

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