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Corona

Steigende Zahlen auf den hessischen Intensivstationen

  • Steven Micksch
    VonSteven Micksch
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Hessens Krankenhäuser müssen wieder zunehmend Covid-19-Fälle behandeln. Die Verantwortlichen schlagen Alarm.

Die Situation in den hessischen Krankenhäusern spitzt sich durch die steigenden Infektionszahlen wieder zu. Seit einigen Tagen steige die Zahl der Menschen, die mit einer Covid-19-Erkrankung in eine Klinik eingewiesen wurden, kontinuierlich an, heißt es aus dem hessischen Ministerium für Soziales und Integration mit Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) an der Spitze.

Mitte Oktober lagen auf den Normalstationen in Hessen 286 Menschen, die mit gesicherter oder zumindest mit einem Verdacht auf eine Infektion mit dem Sars-CoV-2-Virus in die Krankenhäuser kamen. Mittlerweile ist die Zahl auf 441 gestiegen (Stand: 29. Oktober). Auch auf den hessischen Intensivstationen zeigt der Trend eine ernstzunehmende Zunahme. Im genannten Vergleichszeitraum kletterte die Zahl von 131 auf 158.

Die Statistik zeige auch, dass der weit überwiegende Teil der Menschen, die intensivpflichtig werden, nicht geimpft ist. Bei den geimpften Menschen, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, handele es sich fast ausschließlich um Menschen, die hochbetagt sind oder an einer chronischen Grunderkrankung leiden.

Klose hofft auf Impfungen

Gesundheitsminister Klose attestiert deshalb: „Der Nutzen der Impfung überwiegt bei weitem die selten auftretenden Nebenwirkungen. Eine Impfung schützt zuverlässig davor, so schwer an Covid-19 zu erkranken, dass man intensivpflichtig wird.“ Jürgen Graf, Leiter des Planstabs stationäre Versorgung des Ministers und Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt, ergänzt: „Die Versorgungslage in den Kliniken ist nach wie vor angespannt, auch weil vielerorts noch Patientinnen und Patienten intensivmedizinisch versorgt werden, deren Infektion bereits viele Wochen, teilweise Monate zurückliegt.“

Das Gesundheitssystem vor einer drohenden starken Be- oder gar Überlastung zu schützen, sei weiter das klare Ziel der Pandemiepolitik der Landesregierung, so Minister Klose. Aufgrund der erheblichen Dauerbelastung des Personals und der geänderten Bundesvorgaben seien die Rahmenbedingungen heute aber schwieriger als vor einem Jahr: „Wir alle wollen im Fall des Falles gut medizinisch versorgt werden – setzt sich die Entwicklung in den Krankenhäusern so aber fort, stehen wir absehbar vor erneuten Engpässen und müssen Einschränkungen vornehmen.“

Drohende Überbelastung

Auch Nawid Khaladj, Medizinischer Geschäftsführer am Klinikum Darmstadt, sieht die drohende Überlastung des Systems nur durch höhere Impfquoten und die Boosterimpfung abwendbar. „Wir steuern unkontrolliert und unkoordiniert mit fast exponentiellen Zahlen in die kalte Jahreszeit“, sagte er auf FR-Nachfrage. Für das Personal sei die Situation zermürbend, weil keine klare Strategie bei Bund und Land erkennbar sei. Khaladj fordert ein belastbares Konzept aus dem Ministerium. Die Belastung für das Pflegepersonal sei schon jetzt zu hoch.

Was die Fachkräfte besonders frustriere, seien die Fälle auf den Stationen, die durch eine Impfung eigentlich hätten verhindert werden können. Wenn diese dann vor Ort noch nach einer Impfung fragten, sei das entmutigend.

Argumente, dass die Zahlen ja gerade längst nicht so hoch seien wie im vergangenen Winter, lässt der Geschäftsführer nicht gelten. „Die Situation ist eine völlig andere.“ Damals herrschte Lockdown und die Krankenhäuser hatten Eingriffe verschoben. Nun laufe der Normalbetrieb und die Covid-19-Erkrankten kämen obendrauf. Viele junge Corona-Patient:innen lägen jetzt länger im Krankenhaus und nähmen Kapazitäten weg. Damals seien es häufig ältere Menschen gewesen, die wenige Tage später an Corona starben. Die Zahlen würden in den kommenden Tagen noch weiter steigen, weil die Zeit nach den Ferien immer kritisch sei.

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