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Deutscher Reisepass

Staatsbürgerschaft

Steigende Nachfrage nach deutschem Pass

Die anhaltende Brexit-Ungewissheit bewegt viele Briten. Es gibt vor allem Anträge im Finanzzentrum Frankfurt.

Angesichts des Hin und Her um einen Brexit wollen immer mehr Briten in Hessen deutsche Staatsbürger werden. Bis 10. April sind in den Regierungspräsidien Darmstadt, Kassel und Gießen 724 Anträge eingegangen. Die Zahl liegt nach drei Monaten fast auf dem Niveau des gesamten Vorjahres (748). „Als Ursache für den weiterhin hohen Anteil an Einbürgerungen von britischen Antragstellern kann nur der drohende Brexit vermutet werden“, sagte Dirk Becker, zuständiger Dezernatsleiter beim Regierungspräsidium Gießen.

Die meisten Einbürgerungsanträge stellten Briten in Südhessen (600), dann folgen Nordhessen (65) und Mittelhessen (59). Ursache dieser Verteilung ist dem Regierungspräsidium Darmstadt zufolge das Finanzzentrum Frankfurt, wo viele Briten leben. Anträge auf Einbürgerung werden bei der Wohnortkommune gestellt und dann an die Regierungspräsidien weitergeleitet. Befeuert hat die Entwicklung nach Einschätzung von Behörden die Ungewissheit über den britischen EU-Austritt, der ursprünglich Ende März erfolgen sollte.

Grundsätzlich sei nur während der EU-Zugehörigkeit Großbritanniens gleichzeitig die deutsche und die britische Staatsangehörigkeit möglich, teilte das Regierungspräsidium Gießen mit. Im Falle eines No-Deal-Brexits könnten Bewerber die britische Staatsangehörigkeit nur behalten, wenn der Einbürgerungsantrag vor dem Austritt aus der EU gestellt werde. (dpa)

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