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Die Rembrandt Ausstellung im Städel findet großen Anklang.
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Die Rembrandt Ausstellung im Städel findet großen Anklang.

Staunen statt spazieren

  • Timur Tinç
    VonTimur Tinç
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Die meisten Menschen bevorzugen an den nasskalten Feiertagen die eigenen vier Wände oder die Wärme in den Räumen des Städels. Der Zoo ist nur mäßig besucht.

Simson hat keine Chance. Von vier Männern umringt, wird dem Auserwählten Gottes das rechte Auge ausgestochen. „Die Blendung“ hängt perfekt in Szene gesetzt im zweiten Teil der Rembrandt-Ausstellung des Frankfurter Städel-Museums und ist das Gemälde, vor das sich am Samstagvormittag die meisten Besucherinnen und Besucher stellen – und das sie am längsten anschauen. „Wir wollten etwas machen, was an den Feiertagen so ein bisschen aus dem Rahmen fällt“, sagt Michael Schadek.

Der 73-Jährige wohnt in Gelsenkirchen und ist mit seiner Frau über die Feiertage zu seiner Tochter nach Aschaffenburg gefahren. Er hatte keine Lust am ersten Weihnachtsfeiertag nur in den eigenen vier Wänden zu sitzen und hat sich kurzerhand Frau, Tochter und Schwiegersohn für einen Ausflug ins Museum geschnappt. „Sonst wären wir wohl im Spessart unterwegs gewesen“, sagt Schadek.

Karla Foerste ist an den Weihnachtsfeiertagen auch öfter im Gebirge, meistens geht sie im Taunus, wo sie herkommt, wandern. Dieses Mal hat sie sich für den Museumsbesuch entschieden. Sie lebt schon seit Jahren in Münster in Westfalen und ist mit ihrer Tochter, die in München lebt, ins Städel gekommen. „Es ist angenehm leer. Man fühlt sich nicht bedrängt. Das ist wichtig in diesen Zeiten“, findet sie. Ohne Probleme sei sie mit dem Auto in die Stadt reingefahren, habe im Parkhaus einen Stellplatz gefunden.

Auch am ersten Weihnachtsfeiertag gibt es Führungen im Museum. Eine Gruppe steht vor dem Bild „Die Regentinnen des Amsterdamer Spinhuis“ des Künstlers Dirck van Santvoort. „Die Männer sind früher zur See gefahren und haben die Frauen alleine zurückgelassen“, berichtet die Museumsführerin. Die Frauen hätten betteln oder sich prostituieren müssen, um über die Runden zu kommen. Deshalb seien die Spinhuis, die Spinnhäuser, eingerichtet worden, erklärt sie den Zuhörenden.

Barbara Livonius ist am Samstag spontan gekommen. „Eigentlich wäre ich ins Romantikmuseum gegangen, aber das hat leider zu“, sagt sie. Ein festgelegtes Programm, wie sie den Tag nach Heiligabend verbringe, habe sie nicht. „Immer wie wir Lust und Zeit haben und was sich gerade anbietet“, erzählt Livonius.

Echo Liu hat ihren Freund Chris Hayner, der vor wenigen Tagen aus den USA gekommen ist, ins Museum geführt. „Meine Mitbewohnerinnen haben mir die Ausstellung empfohlen“, sagt Liu. Die US-Amerikanerin arbeitet am Max-Planck-Institut in Mainz und lebt auch erst seit einigen Monaten in Frankfurt. „Wir haben die Chance genutzt, dass es nicht so voll ist“, sagt Liu.

Noch viel weniger als im Museum ist am Mainufer los. Bei nasskaltem Wetter sind nur vereinzelt Jogger und noch weniger Spaziergängerinnen und Spaziergänger unterwegs. Im fast verwaisten Hafenpark kicken zwei Jugendliche im Fußballkäfig.

Im Frankfurter Zoo sind bei zwei Grad Außentemperatur auch nur ganz wenige Menschen. Im Nashornhaus steht Inge Mache, 72 Jahre alt, mit ihrem Sohn Thorsten. Sie ist aus Gießen extra nach Frankfurt gefahren. „Wenn wir unterwegs sind und es gibt einen Zoo in der Nähe, gehen wir da gerne hin. Das machen wir öfter“, berichtet Mache. Im vergangenen Jahr sei sie um diese Zeit auf Malta gewesen. „Jetzt sind wir zu Hause, aber das Wahre ist das wegen Corona nicht“, findet sie. Zumindest die Tiere würden sich über den Besuch der Menschen freuen.

Kamele kauen genüsslich

Der Gelbbrust-Kapuziner dreht sich zwei, drei Mal im Kreis, wenn er einen Menschen erblickt. Die Paviane drehen ein paar Runden um ihren Felsen. Drei Erdmännchen stehen unter wärmenden Licht Spalier für die Besucherinnen und Besucher. Und die Kamele kauen genüsslich an den Stämmen von Tannenbäumen.

Am Mainufer ist ausreichend Platz für Sport und Spaziergang.
Der Pfau im Zoo hat am Samstag nur wenige Bewunderer.

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