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Besonders armutsgefährdet: Alleinerziehende und ihre Kinder.

Statistisches Bundesamt

Mehr Hessen sind von Armut bedroht

In Hessen steigt der Anteil der Menschen, die weniger verdienen als 60 Prozent des mittleren Einkommens. Dennoch steht das Land im Bundesvergleich relativ gut da.

In Hessen und Rheinland-Pfalz sind etwas mehr Menschen von Armut bedroht als im vergangenen Jahr. Das sogenannte Armutsrisiko habe sich in Hessen im Vergleich zu 2015 von 14,4 auf 15,1 Prozent erhöht, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mit.

In Rheinland-Pfalz sei dieses Risiko von 15,2 auf 15,5 Prozent gestiegen. Als armutsgefährdet gelten Menschen in Haushalten, deren Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens beträgt.

In Baden-Württemberg und Bayern waren die Menschen im Jahr 2016 bundesweit dem geringsten Armutsrisiko ausgesetzt. Die Armutsgefährdungsquote lag mit 11,9 Prozent in Baden-Württemberg und 12,1 Prozent in Bayern unter denen der übrigen Bundesländer. Das höchste Armutsrisiko herrschte in Bremen (22,6 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt (21,4 Prozent) und Mecklenburg-Vorpommern (20,4 Prozent).

Deutliche Unterschiede bei den Armutsgefährdungsquoten gab es 2016 zwischen Ost- und Westdeutschland: Im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin) hatten 15,0 Prozent der Bevölkerung ein erhöhtes Armutsrisiko, in den neuen Ländern (einschließlich Berlin) waren 18,4 Prozent der Menschen armutsgefährdet.

Ein besonders hohes Armutsrisiko haben nach Angaben des Bundesamtes Erwerbslose. Mehr als die Hälfte (52,9 Prozent) der Erwerbslosen im früheren Bundesgebiet und mehr als zwei Drittel in den neuen Ländern (66,9 Prozent) waren 2016 armutsgefährdet. In Hessen lag die Quote bei 50,1 Prozent, in Rheinland-Pfalz bei 55,5 Prozent.

Auch Alleinerziehende und ihre Kinder sind überdurchschnittlich armutsgefährdet. 42,4 Prozent der Alleinerziehenden-Haushalte im früheren Bundesgebiet und 46,9 Prozent dieser Haushalte in den neuen Ländern waren 2016 armutsgefährdet. In Hessen waren es 42,2 Prozent, in Rheinland-Pfalz 46 Prozent. (epd) 

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