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In Hessen wird gut verdient, nicht zuletzt wegen des Frankfurter Bankensektors.
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In Hessen wird gut verdient, nicht zuletzt wegen des Frankfurter Bankensektors.

Statistik

Hessen verdienen ganz ordentlich, haben oft Gäste und fahren weit zur Arbeit

  • Peter Hanack
    vonPeter Hanack
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Wie die Menschen in Hessen so sind, verrät eine Broschüre des Landesregierung. Mit einigen überraschenden Details.

Noch werden die Hessen und Hessinnen zahlreicher. Rund 6,25 Millionen sind es zurzeit. Bis zum Jahr 2035 könnten es noch einmal 100 000 mehr sein. So zeigt es die aktuelle Statistik der Landesregierung. Und sie werden älter. Leben häufiger allein. Und bevorzugen vor allem einen Landesteil.

Die Bevölkerungsentwicklung verläuft landesweit recht unterschiedlich. Während die Zahl der Menschen insgesamt noch steigt, geht sie vor allem in Nord- und Mittelhessen bereits heute zurück. Südhessen dagegen wird, so beschreibt es die Prognose, sogar bis 2050 wachsen.

Gleichzeitig steigt der Anteil der Älteren. Waren 2017 noch rund sechs Prozent der Menschen 80 Jahre und älter, werden es 2035 rund acht und 2050 sogar 14 Prozent sein. Die unter 20-Jährigen dagegen werden weniger, ihr Anteil sinkt von aktuell rund 19 auf 17 Prozent. Jung bleiben vor allem die Städte.

So nimmt der Anteil der unter 15-Jährigen beispielsweise in Darmstadt bis zum Jahr 2035 um mindestens zehn Prozent zu, ähnlich wie in Kassel, während die Bevölkerung in Werra-Meißner-, Schwalm-Eder- und Vogelsbergkreis immer älter wird. Das hat vor allem auch damit zu tun, dass gerade junge Menschen des Berufs wegen in die Zentren ziehen. Auf dem Land zurück bleiben die Alten, die zunehmend allein leben.

Die Menschen in Hessen werden immer älter, aber viele sind allein.

Die Zahl der Alleinstehenden lag 2017 bei 22 Prozent. Das sind dann nicht nur die Alten, sondern auch junge Singles. Die Alleinerziehenden machen sieben Prozent der Bevölkerung aus, Paare ohne Kinder 28 Prozent, Paare mit Kindern stellen mit 43 Prozent die Mehrheit in Hessen.

Für die Wirtschaft ist die demografische Entwicklung durchaus ein Problem. So sinkt die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alten (15 bis 66 Jahre) bis 2050 um rund zwölf Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Rückgang wiederum in Nord- und Mittelhessen.

Beim Bruttoinlandsprodukt kann Hessen sich aber dennoch sehen lassen. Das lag 2019 bei knapp 295 Milliarden Euro und damit in etwa auf dem Niveau von Ländern wie Dänemark und Finnland.

Auch verdienen die Hessen vergleichsweise gut. 3534 Euro brutto monatlich waren es für einen Vollzeitbeschäftigten im Schnitt. Damit rangiert Hessen nach Baden-Württemberg in Deutschland auf dem zweiten Platz. Im Main-Taunus-Kreis liegt das monatliche Bruttoeinkommen sogar bei 4223 Euro. Für das insgesamt recht hohe Einkommen nimmt jeder Zehnte einen täglichen Arbeitsweg von mehr als 50 Kilometern in Kauf.

So (scheinbar) leer ist die Autobahn 5 nur selten. Es wird viel gependelt.

Touristisch gesehen scheint das Bundesland attraktiv zu sein. 2019 verzeichnete Hessen knapp 16 Millionen Gäste und mehr als 35 Millionen Übernachtungen. Fast 3500 Beherbergungsbetriebe gab es vor der Corona-Krise im Land, darunter fast 1000 Hotels und mehr als 230 Campingplätze. Vor allem Nordhessen mit Waldeck-Frankenberg, das östliche Hessen mit den Landkreisen Werra-Meißner, Hersfeld-Rotenburg und Fulda, aber auch Frankfurt haben es den Besucherinnen und Besuchern angetan. Unter den Bundesländern nimmt Hessen damit einen beachtlichen sechsten Platz bei der Zahl der Übernachtungen je Einwohner ein. Etwas selbstironisch heißt es in der Statistik der Landesregierung dazu, Hessen sei der beliebteste Flächenstaat – wenn man einmal von jenen mit Meer oder Alpen absieht.

Zur Bildungslandschaft zählen zahlreiche Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Je Einwohner gibt Hessen knapp 1600 Euro für die öffentliche Bildung aus, nur in Bremen, Berlin und Hamburg sind es laut Statistischem Bundesamt mehr. 76 Prozent der Jungen und Mädchen haben es höchstens einen Kilometer weit bis zu ihrer Grundschule, bei den Flächenstaaten ist diese Quote nur in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen besser. Die durchschnittliche Schülerzahl an allgemeinbildenden Schulen ist mit 190 recht gering, was dafür spricht, dass auch kleine Standorte erhalten werden. In Nordrhein-Westfalen, dem Spitzenreiter, sind die Schulen dagegen durchschnittlich 350 Schülerinnen und Schüler groß.

Die Schule haben zuletzt (Schuljahr 2018/19) 34 Prozent der Jugendlichen mit Abitur verlassen, 2001 waren es noch etwas mehr als 27 Prozent. Der Anteil der Abgänger:innen ohne Abschluss sank im gleichen Zeitraum von 6,4 auf 2,3 Prozent, wo er seit einiger Zeit verharrt. Das ist bundesweit ein guter Wert.

Eines dieser drei Kinder wird statistisch gesehen wohl Abitur machen.

Schaut man auf den Sport, dann zeigt sich, dass vor allem wieder das nördliche und mittlere Hessen gut abschneiden. So sind im Vogelsbergkreis mehr als 44 Prozent der Einwohner:innen Mitglied in einem Sportverein. Auch in Waldeck-Frankenberg, Lahn-Dill und Limburg-Weilburg sowie in Hersfeld-Rotenburg liegt der Anteil noch über 40 Prozent. Deutlich weniger sind es in und um Kassel, in Wiesbaden sowie in Stadt und Kreis Offenbach, wo die Quote unter 30 Prozent liegt – in der Stadt Offenbach sogar nur bei knapp 24 Prozent.

Auf der letzten Seite des statistischen Jahrbuchs ist dann noch ein Ranking des Frauenanteils in Stadtparlamenten und Kreistagen zu sehen. Hessen liegt nach Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein auf dem vierten Platz. Also relativ gut. Allerdings sind lediglich gut 32 Prozent der Mitglieder in diesen politischen Gremien weiblich. Das lässt noch etwas Luft nach oben.

Die Broschüre „Demografie auf einen Blick“ gibt es als Download auf der Website der Hessischen Landesregierung: https://staatskanzlei.hessen.de.

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