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Eine Frau lässt sich  mit einem Antigentest von einer medizinischen Fachangestellten testen.
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Eine Frau lässt sich mit einem Antigentest von einer medizinischen Fachangestellten testen.

Hessen

Start mit Hindernissen: Die Suche nach kostenlosen Corona-Schnelltests ist mühsam

  • vonTomas Cabanis
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Seit Montag darf sich jeder Mensch in Hessen wöchentlich kostenlos auf Corona testen lassen. Die Schnelltestkampagne rollt jedoch nur langsam an, vieles ist noch unklar.

  • Frankfurt: Gratis-Schnelltests gibt es bis jetzt nur in wenigen Zentren.
  • Kosten für die „kostenlosen“ Corona-Schnelltests trägt der Bund.
  • Vielen Apotheken fehlen Räume und Personal zur Durchführung der Corona-Schnelltests.

Frankfurt – Der 42-jährige Nasar Habibzai fährt mit einem Corona-Teststäbchen durch den Rachenraum der Patientin, um einen Abstrich zu nehmen. Danach steckt der Altenpfleger das Stäbchen in ein kleines Rohr mit Lösungsmittel und trägt die Flüssigkeit auf das Testfeld auf, das nach gut zehn Minuten das Ergebnis anzeigt. „Es waren heute schon 180 Leute zum Testen hier, und rund 60 Prozent waren positiv“, erzählt Habibzai, der im Testzentrum der MVZ Medical Care im Frankfurter Gallusviertel arbeitet.

Nicht überall verlief der Start der kostenlosen Schnelltestkampagne so reibungslos. Seit dem gestrigen Montag sollte sich jede:r in Hessen kostenlos mit einem Antigen-Schnelltest auf Sars-CoV-2 testen lassen können. Zumindest in einigen Testzentren landesweit war ein spontaner Termin möglich. Bei Apotheken und Arztpraxen herrscht weiterhin Unklarheit, wie die Tests im Detail durchgeführt werden sollen. Am heutigen Dienstag (09.03.2021) soll die Testverordnung bekanntgegeben werden, wie das Hessische Sozialministerium mitteilte.

Kosten für Corona-Schnelltests trägt der Bund

Wer die Hotline zum Coronavirus 116 117 oder die Servicehotline der Landesregierung Hessen anruft, trifft auf ratlose Personen am Telefon. Wie, wo und wann die kostenlosen Schnelltests durchgeführt werden, ist noch nicht bekannt. Auch Apothekerin Ute Gensmer bekam am Montag Anrufe von Kund:innen, die sich kostenlos testen lassen wollten. „Die Medien haben zwar berichtet, dass das kostenlos in den Apotheken angeboten wird, aber aktuell stimmt das nicht“, erklärt die Inhaberin der Apotheke im Hauptbahnhof. Die Apotheken, Arztpraxen und Testzentren werden erst heute vom Hessischen Sozialministerium informiert, wie die Abrechnung der Materialien und des Personals im Detail abläuft.

Des Weiteren wird geregelt sein, dass die kreisfreien Städte und Landkreise Apotheken und Dienstleister:innen beauftragen können, Corona-Schnelltests kostenlos durchzuführen. Hierzu muss der Landkreis dann keine Allgemeinverfügung mehr veröffentlichen, sondern kann unbürokratisch und direkt beauftragen. Die entstehenden Kosten trägt der Bund. Wie überprüft werden soll, wer seinen kostenlosen Test bereits in Anspruch genommen hat, ist weiterhin noch nicht geklärt.

Bei Apotheken fehlt es bei Corona-Tests an Räumen und Personal

Gensmer kritisiert die Kommunikation im gesamten Ablauf. „Das Ganze ist ein Schnellschuss“, sagt sie. Plötzlich stünden Kund:innen vor ihr, die sich testen lassen wollten, und sie habe noch keine Informationen. Nach Einschätzung der Landesapothekenkammer werde die überwiegende Mehrheit der Apotheken die Tests nicht anbieten. Vielen fehlt es an Räumlichkeiten und geschultem Personal, den Vorlagen letztendlich zu entsprechen.

Die Testzentren der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen (KVH) gaben schon gestern grünes Licht für die kostenlosen Schnelltests. Der Andrang bei den 18 Testzentren landesweit hielt sich allerdings noch in Grenzen. „Das Testen hat in den vergangenen Monaten relativ stark nachgelassen“, erklärt Pressesprecher Alexander Kowalski. Dies könne sich jedoch ändern.

In Frankfurt sollen acht private Anbieter kostenlose Schnelltests anbieten

Überfordert seien die Zentren nicht, jedoch sei es suboptimal gewesen, dass man erst aus einer Pressekonferenz von den neuen Beschlüssen erfahren habe. Bis zum vergangenen Sonntag konnten sich nur Personen bei der KVH testen lassen, die vom Hausarzt oder von der Corona-Hotline geschickt worden sind.

Auch die acht privaten Anbieter:innen in Frankfurt mit eigenen Testzentren sollen kostenlose Schnelltests anbieten. Allerdings sind so gut wie alle, ausgenommen der Station des MVZ Medical Care an der Galluswarte, noch in der Vorbereitung. Nasrat Ander leitet das Zentrum und streckt aktuell die Zahlung der Tests vor. „Vieles steht noch in den Sternen“, erklärt der Facharzt für Innere Medizin. Die Kommunikation zwischen Land und Bund sei „ganz schlecht“, kritisiert der Frankfurter. (Von Tomas Cabanis und Vivian Lange)

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