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Start frei für Pfarrei St. Teresa

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Verwaltungs- und Pfarrgemeinderäte sowie Pfarrer Friedhelm Meudt (hinten rechts) sind zufrieden.
Verwaltungs- und Pfarrgemeinderäte sowie Pfarrer Friedhelm Meudt (hinten rechts) sind zufrieden. Kath. Kirche © Kath. Kirche

Neue Ära beginnt am 1. Januar / Weiterhin Gottesdienste in allen Kirchen

Flörsheim/Hochheim - Unter den letzten fünf Pfarreien neuen Typs im Bistum Limburg, die noch ihrer Gründung harren, ist auch die der Flörsheimer und Hochheimer Katholiken. St. Teresa von Ávila soll sie heißen. Das Patronat der Kirchenlehrerin aus dem 16. Jahrhundert, deren handfeste Spiritualität, zupackende Art und deren ganz eigener Kopf auch heute noch beeindrucken, ist durchaus als Fingerzeig gemeint, wie die Hochheimer und Flörsheimer Kirche sein soll.

Als Frau, die gegen das Establishment ihrer Zeit vorging, nicht brav den Kirchenoberen nach dem Mund redete, sondern sich die Freiheit nahm, selbst zu denken und zu gestalten, kennzeichnet der Pastoralausschuss-Vorsitzende Dr. Ludwig Kuhlmann Teresa. Auch heute könne Kirche nur gelingen, wenn Menschen sich dafür einsetzen, an Ort und Stelle aktiv sind und dabei wissen, was sie wollen, lässt Kuhlmann in einem Video wissen, mit dem die Arbeitsgruppen über die Ergebnisse des Neugründungsprozesses informieren.

Verantwortung bleibt bei „Ortsteams“

Der geht nun schnurstracks seinem Zielpunkt entgegen. Die Gründungsvereinbarung, der auch Bischof Georg Bätzing zugestimmt hat, ist bereits unterschrieben. Zum 1. Januar 2023 beginnt demnach offiziell die neue Ära. Die Kirchenbücher der beiden Pfarreien St. Gallus sowie St. Peter und Paul werden geschlossen. Beide waren erst vor wenigen Jahren gegründet worden, daher kennen die Katholiken das Prozedere schon, das seine Ursachen in sinkenden Gläubigenzahlen, vor allem aber im Priestermangel hat.

Der Prozess sei anfangs aufgrund der Pandemie doch behindert gewesen, bedauert Pfarrer Friedhelm Meudt. Die fehlenden direkten Kontakte konnten virtuelle Treffen nicht wirklich aufwiegen. Doch immerhin haben die Arbeitsgruppen am Ende ihre Resultate präsentieren können.

Möglichst viel Verantwortung, da waren sich alle einig, soll in den Orten bleiben. In Flörsheim habe man mit den „Ortsteams“ da schon gute Erfahrungen sammeln können, sagt Meudt. Auch wichtige Finanz- und Verwaltungsfragen sollen dort besprochen werden, wo die Katholiken unmittelbar betroffen sind, damit die Entscheidungen möglichst nah an den Menschen seien, begründet der Pfarrer dieses Prinzip. Nach den bisherigen Erfahrungen sei er auch zuversichtlich, dass man die Dinge in gutem Einvernehmen lösen könne.

GRÜNDUNGSFEST

Die künftige Pfarrei St. Teresa von Ávila am Main feiert ihre Neugründung am Sonntag, 29. Januar, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Hochheim. Als Zelebrant kommt aus Limburg Weihbischof Dr. Thomas Löhr.

Musikgruppen aus allen sechs Kirchorten werden die Messfeier mitgestalten. Im Anschluss sind alle eingeladen zum gemeinsamen Mittagessen in der benachbarten Zehntscheune. babs

Pfarrkirche ist von Januar an nur noch St. Peter und Paul, wie es dann finanziell auf Dauer für die Unterhaltung der übrigen Kirchen aussieht, wird eine spannende Frage. Überhaupt wird der Gebäudebestand in einem nächsten Schritt noch auf den Prüfstand kommen, das Bistum hat dafür ein Projekt namens „KIS“ (Kirchliche Immobilien-Strategie) aufgelegt.

Für die künftig gemeinsamen Gremien Pfarrgemeinde- und Verwaltungsrat gilt: Beide Partner sollen sich „auf Augenhöhe begegnen“, wie Dr. Bettina Kilb-Fessler (Flörsheim) und Uli Fritsche (Hochheim) betonen. Der Pfarrgemeinderat wird paritätisch besetzt, das heißt, mit je acht Mitgliedern aus St. Peter und Paul (mit St. Bonifatius) und je zwei aus St. Gallus, St. Josef, St. Katharina und Maria Himmelfahrt und somit ebenfalls insgesamt acht aus Flörsheim sind zu wählen. Zur Unterstützung von Pfarrer und Verwaltungsrat wird ein hauptamtlicher Verwaltungsleiter gesucht. Die Stelle ist gerade ausgeschrieben worden.

Das Zentrale Pfarrbüro wird in Flörsheim sein, die Auftragsvergabe für den Umbau ist erfolgt, „sehr kundenfreundliche“ Öffnungszeiten wurden vereinbart. Die Caritas-Arbeit, die viele Partner einbindet, soll sich stärker vernetzen und da, wo es sich anbietet, auch übergreifend Projekte durchführen. Vernetzung ist auch für andere Aktionen und Gruppen ein Stichwort, vor allem soll aber kirchliches Leben vor Ort im Blick sein.

Für die starken Verbände in beiden Pfarreien hat die Neugründung das Novum gebracht, dass erstmals alle an einem Tisch zusammenkamen. Sich stärker auszutauschen, sich gegenseitig wertzuschätzen und sich auch in der neuen Pfarrei auf die je eigene Art einzubringen, haben sich Kolping-. KAB-, DJK- und KJG-Vertreter vorgenommen.

Gottesdienste wird es weiter in allen Kirchen geben, die Vielfalt der Formen und die guten Traditionen sollen weiter gepflegt werden. Außerdem hat sich die neue Pfarrei vorgenommen, einmal im Jahr gemeinsam zu feiern - zum Beispiel am Festtag der heiligen Teresa, am 15. Oktober also.

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