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Graf Zeppelin 1938 über Frankfurt. Foto: Hessisches Wirtschaftsarchiv.
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Graf Zeppelin 1938 über Frankfurt.

Historie

Start auf Rhein-Main in Frankfurt

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Ein Bildband zeigt die Anfänge der Luftfahrt im Frankfurter Stadtwald. Historie Fotografien aus den Jahren 1936 bis 1938.

Das kleine Örtchen Lakehurst in New Jersey ist mehr als 6000 Kilometer von Frankfurt entfernt, doch ein Buch über die Anfänge der Luftfahrtgeschichte auf Rhein-Main macht die Katastrophe um die „Hindenburg“ im Mai 1937 greifbar. Das Luftschiff war drei Tage zuvor in Frankfurt gestartet, bei der Landung an der amerikanischen Ostküste ging der Zeppelin in Flammen auf, 35 der 97 Passagiere an Bord starben. Das jetzt erschienene Buch „Die Anfänge der Luftfahrt in Frankfurt am Main“ zeigt historische Fotos des Luftschiffs und einiger Opfer vor dem Start in Frankfurt.

Besichtigungen der Luftschiffe waren bei Schulkindern sehr beliebt.

Die Katastrophe von Lakehurst ist nur eines von sieben zahlreich bebilderten Kapiteln des Buchs. Die historischen Aufnahmen entstanden alle in den Jahren 1936 bis 1938. Es sind Bilder aus einer Zeit, als die Luftfahrt noch unschuldig und für die Menschen der Region noch deutlich mehr Faszination als Plage war.

Das Buch ist gewissermaßen eine Koproduktion. Die Fotos stammen von Sepp Jäger, einem Fotografen, der wie kaum ein anderer die wirtschaftliche Entwicklung im Rhein-Main-Gebiet von den 30ern- bis in die 70er-Jahre dokumentiert hat. Jäger hinterließ mehr als 100 000 Fotos, die meisten von ihnen sind im Hessischen Wirtschaftsarchiv in Darmstadt gelandet. Dessen Leiter Ulrich Eisenbach ist Autor des Buchs und hat die Anfänge des Flughafens Rhein-Main akribisch recherchiert und aufgeschrieben.

Draußen nicht nur Kännchen, sondern auch Flugzeuge: Der Kaffeegarten des Flughafens.

Zu den „Angestellten“ des Flughafens zählten auch Schafe, die das Gras des Luftschiffhafens schön kurz hielten. Mit dem Unglück der „Hindenburg“ endete der Boom um die Zeppeline, das Wachstum der Luftfahrt ging jedoch unvermindert weiter.

Ausgangspunkt für die heutige Größe und Bedeutung des Flughafens Rhein-Main war demnach eine gut dreimonatige Ausstellung auf dem Frankfurter Rebstockgelände im Jahr 1909. Die Internationale Luftschifffahrts-Ausstellung, seinerzeit die größte und bedeutendste ihrer Art, animierte die Frankfurter Stadtverwaltung zu einer vorausschauenden Luftfahrtpolitik.

Lediglich die Busse der Linie L fuhren vom Hauptbahnhof direkt zum Flughafen.

Denn die Zahl der Flugbewegungen nahm rasant zu: Von 234 im Jahr 1924 auf 6410 im Jahr 1932. Der alte Flughafen am Rebstockgelände war dafür bald zu klein. Der Magistrat beschloss Ende 1933 den Bau eines neuen Flughafens im Stadtwald. Nach der Machtübernahme schlachteten die Nationalsozialisten den Baubeginn des neuen Flughafens propagandistisch aus.

Für solche Zwecke taugte in der Folge vor allem die Luftschifffahrt, die in dem Buch daher auch besonders großen Raum einnimmt. Damit Rhein-Main der Heimatstützpunkt für Luftschiffe wie die „Graf Zeppelin“ werden konnte, war der Bau gigantischer Hallen notwendig, die in der Dimension an die der heutigen Halle für den Airbus A380 erinnern. Die Bilder des für damalige Verhältnisse monumentalen Baus sind daher ein Schwerpunkt des Buchs.

Das Betanken einer Lufthansa-Maschine war damals noch keine große Sache.

Auch der Bau der Siedlung Zeppelinheim verdeutlicht den Stellenwert, den die Luftschifffahrt für den noch jungen Flughafen Rhein-Main hatte. „Die Siedlung Zeppelinheim“ ist gar ein eigenes Kapitel im Bildband.

Das Buch lebt aber vor allem von den Bildern, die einen Einblick in die damalige Dimension der Luftfahrt vermitteln, die heute fast niedlich anmutet. So reichten die klapprigen Busse der Linie L für die Anbindung an den Flughafen aus. Für die Betankung der damaligen Maschinen brauchte es nur ein paar Fässer auf einem kleinen Gefährt, das von der Größe her an heutige Gepäckwagen erinnert. Wartungshallen gab es noch keine, für die Säuberung der Lufthansa-Maschine Junkers Ju 52 war ein Putztuch ausreichend. Wer sich die Maschinen anschauen wollte, nahm einfach im Kaffeegarten des Flughafens Platz, der damals quasi auf dem Rollfeld lag.

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