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Städtische Grundstücksgesellschaft ist in Rödermark angepeilt

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Von: Annette Schlegl

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Die Ortskerngestaltung könnte leichter gelingen, wenn eine städtische Grundstücksgesellschaft schnell Grundstücke kaufen kann. Foto: Monika Müller
Die Ortskerngestaltung könnte leichter gelingen, wenn eine städtische Grundstücksgesellschaft schnell Grundstücke kaufen kann. © Monika Müller

Die Rödermarker Stadtverordneten haben in ihrer jüngsten Sitzung beschlossen, dass geprüft werden soll, ob die Stadt eine eigene Grundstücksgesellschaft gründen sollte.

Ist es sinnvoll, in Rödermark eine städtische Grundstücksgesellschaft zu schaffen? Eine Frage, die nach dem Willen der Stadtverordneten geklärt werden soll. Sie haben den Magistrat in ihrer jüngsten Sitzung beauftragt, zu prüfen, ob eine solche Gesellschaft gegründet werden soll – und wenn ja, mit welcher Finanzausstattung und in welcher Form.

Erst wenn das ausgearbeitete Konzept vorliegt, wird eine Entscheidung im Stadtparlament fallen. Die Regierungskoalition aus CDU und Andere Liste/Die Grünen hatte den Antrag eingebracht. Michael Spieß (CDU) erklärte, dass alleine schon die Bausünden in der Stadt eine kommunale Grundstücksgesellschaft sinnvoll machen. „Wer durch unsere Stadt geht oder fährt, sieht an der einen oder anderen Stelle Entwicklungen, bei denen man nur verwundert den Kopf schüttelt“, sagte er.

Die Stadt habe daher großes Interesse, Eigentümerin von Gebäuden und Grundstücken zu werden. Sie könne so beispielsweise ihre Einflüsse bei der Ortskerngestaltung leichter geltend machen oder auch Bodenbevorratung betreiben. „Ansonsten ist großes Verhandlungsgeschick mit Eigentümern von Flächen notwendig“, erklärte Spieß.

Die Grundstücksgesellschaft könnte auch Abhilfe schaffen bei der Bevorratung von Flächen für den naturschutzrechtlichen Ausgleich, der bei der Errichtung von Gebäuden oder Straßen gefordert ist. Aktuell kann die Stadt nur zu einem kleinen Teil Biotopwertpunkte auf Rödermarker Gemarkung ausgleichen. Die Parlamentarier beschlossen deshalb in der Sitzung auch einstimmig, ein Fachbüro mit der Erstellung einer Ausgleichspotenzialanalyse zu beauftragen.

Rödermark hat die Hessische Landgesellschaft (HLG) mit der Entwicklung von Bauland beauftragt. Eine städtische Grundstücksgesellschaft agiere aber objektbezogen, erklärte Spieß den Unterschied. Ihr Fokus liege auf vorhandenen Immobilien und Grundstücken, die die Stadt in eine bestimmte Richtung entwickeln wolle. So könne beispielsweise sozialer Wohnraum generiert werden.

Die Stadtverordneten waren der Meinung, dass interkommunale Zusammenarbeit, also gemeinsame Sache mit anderen Kommunen, dabei durchaus zielführend sein könne. Denn Rödermark ist finanziell nicht auf Rosen gebettet, die Grundstücksgesellschaft benötigt Kapital für schnelle Käufe von Grundstücken oder Immobilien, aber auch für Sach- und Personalkosten.

Deshalb kam der Vorschlag, bei der Finanzierung doch auch eine Bürgerbeteiligung als Option auszuloten. Auf dem Immobilienmarkt gingen einige Grundstücke weg, die die Stadt gerne hätte, sagte Bürgermeister Jörg Rotter (CDU). „Eine solche Gesellschaft, die in einem aufgeheizten Markt schneller reagieren kann, hilft uns da möglicherweise.“

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