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Ein Nutria sitzt an einem Fluss.

Nutrias in Groß-Gerau

Städte genervt von Nutrias

Groß-Gerau beantragt die Nutrias-Bejagung. Auch andere Städte in Hessen sind von der Biberratte genervt.

In einigen Gebieten Hessens machen sich zunehmend Nutrias breit. Die Stadt Groß-Gerau hat nun einen Antrag auf Bejagung der Biberratten in ihrem Gebiet bei der zuständigen Jagdbehörde im Kreis gestellt. Man gehe davon aus, dass die Entscheidung in den kommenden Tagen getroffen werde, sagte eine Sprecherin des Kreises Groß-Gerau. Die Tiere dürfen regulär zwischen September und Februar gejagt werden.

Damit ist die Kreisstadt 2019 der erste Antragsteller. Meist beantragten Landwirte die Jagd während der Schonzeit. Der Grund sei, dass die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nager Schäden auf Feldern und Gärten anrichten könnten. Im zurückliegenden Jagdjahr wurden der Sprecherin zufolge 329 Nutrias erlegt. Noch in der Jagdperiode 2016/2017 lag die Zahl bei 292. Die Kreisstadt fürchtet, dass sich die Tiere immer weiter ausbreiten, zumal es keine natürlichen Feinde gibt. Dass die Nager auch eifrig unstabile Tunnel in der Nähe von Bachläufen graben, gilt außerdem als problematisch.

Ähnliche Probleme sind in Bad Vilbel bekannt. Die Stadt im Wetteraukreis hatte vor allem Probleme mit den Biberratten rund um die zentral gelegene Wasserburg der Stadt. Es wurde sogar befürchtet, dass die Nager das Fundament des alten Gebäudes beschädigen könnten, wie ein Sprecher der Stadt sagte. Aktuell seien die Tiere auf dem Rückzug.

Dafür gebe es mehrere Gründe. So wurden die Tiere bejagt und Passanten habe man darüber aufgeklärt, dass die Fütterung eine Ordnungswidrigkeit ist. Letztendlich habe auch der heiße Sommer den Tieren vorerst Einhalt geboten: „Wir mussten wegen der Hitze das stehende Wasser rund um die Burg abpumpen. Danach zogen sich die Tiere zurück.“ Wahrscheinlich habe die Gegend rund um die Ruine dadurch an Attraktivität verloren. (dpa)

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