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Auf der Louisenstraße soll Maskentragen zur Pflicht werden.

Bad Homburg

Stadtpolizei am Limit

  • vonHarald Konopatzki
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Mehr als 5900 Kontrollen sind in Bad Homburg zu den Corona-Verordnungen erfolgt. Mehr Einsätze gibt es auch wegen Müll und beißender Hunde.

Es ist schon ohne Pandemie eine polarisierende Arbeit, der die Homburger Stadtpolizist:innenn nachgehen, wie die zuständige Dezernentin, Stadträtin Lucia Lewalter-Schoor (SPD), verdeutlicht: „Auf der einen Seite wird erwartet, dass sie die Einhaltung von Regeln kontrollieren – auf der anderen Seite fühlen sich die Kontrollierten gegängelt und kritisieren die Prioritätensetzung nach dem Motto: Habt ihr nichts Besseres zu tun?“

Durch Corona ist die Arbeit noch einmal wesentlich mehr geworden. Alleine im November wurden bislang 867 Kontrollen im Zusammenhang mit Corona durch die insgesamt 16 Stadtpolizist:innen geleistet. Zum Vergleich: Streifgänge wegen Parkverstößen gab es in diesem Zeitraum lediglich 369. Kontrollen von Maskenpflicht, Kontaktbeschränkungen im öffentlichen Raum oder Geschäftsschließungen: Das Aufgabenspektrum hat sich seit März massiv erweitert. Mit Folgen. „Rund zwei Drittel der Kontrollen in den Kernaufgaben können aktuell nicht geleistet werden“, so die Dezernentin. Komplett aus den Augen verliere man jedoch keinen Bereich.

Auch abseits der Corona-Verordnungen gibt es durch die Pandemie mehr zu tun. „Wir haben beispielsweise wesentlich mehr Einsätze wegen illegaler Müllentsorgung oder beißender oder anderweitig problematischer Hunde“, so Harald Kaul, Leiter der Stadtpolizei. Dabei stehe zu vermuten, dass sich in der ersten Phase der Pandemie verstärkt Menschen einen Hund zugelegt hätten, die keine Erfahrung hätten, was sich nun in einer höheren Einsatzzahl niederschlage. So mussten in diesem Jahr bereits so viele Hunde eingezogen werden wie in den vergangenen vier Jahren zusammen. „Auch Kosten und Zeitaufwand der Hundehaltung wurden teilweise falsch eingeschätzt“, so Kaul.

Neben dem erweiterten Aufgabenspektrum gibt es noch eine weitere Herausforderung: „Die Rechtslage ändert sich teilweise sehr schnell – und die Änderungen stehen oft schneller in den amtlichen Bekanntmachungen, als dass wir sie auf dem Dienstweg kommuniziert bekommen“, erklärt Martin Hake, Leiter des Produktbereichs Öffentliche Ordnung. Diese Dynamik dürfte auch ein Grund dafür sein, dass die Stadtpolizei bei Verstößen zunächst auf Appelle setze, sagt Lewalter-Schoor. „Wenn das nicht hilft, gibt es aber entsprechende Ordnungsmaßnahmen.“

Dabei zeigten sich die Homburger bislang offenbar äußerst kooperativ. Bei den 5930 Corona-Kontrollen zwischen März und Oktober gab es lediglich 88 Fälle, in denen Verstöße an das für die Verfolgung zuständige Kreisgesundheitsamt gemeldet wurden. Allerdings sinke die Akzeptanz mit der Dauer der Pandemie.

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