Bad Homburg

Stadtentwicklungskonzept „Bad Homburg 2030“: Wohnen und arbeiten im neuen Quartier

baD Homburg Planungsbüro soll städtebauliches Konzept für Autohaus-Areal erarbeiten.

Mercedes Senger will im Drei-Hasen-Gebiet in Oberursel neu bauen, in diesem Jahr dort einziehen und in der Zwischenzeit sein Areal am Hessenring verkaufen. Das Gebiet ist ein wichtiger Baustein im integrierten Stadtentwicklungskonzept „Bad Homburg 2030“.

„Wohnen, arbeiten und Dienstleistungsangebote ließen sich dort perfekt verwirklichen. An dieser Ecke können wir uns gut einen neuen Stadtbaustein vorstellen, und zwar einen, bei dem wir uns auch mal trauen können, viergeschossig zu bauen und keine Sorge um klimatische Vorgaben hätten“, hatte Svenja Knuffke vom Architektur- und Stadtplanungsbüros AS+P Albert Speer und Partner, das mit der Erstellung des Konzepts beauftragt war, bei einer Präsentation im August 2018 gesagt.

Einen Investor fürs Areal gibt’s nach Angaben von Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) bislang noch nicht, wie er jetzt im Bauausschuss sagte. Aber das ändere nichts daran, dass sich die Verwaltung Gedanken darüber machen müsse, wie das Gelände entwickelt werden solle. Es umfasst Flächen zwischen Hessenring und Frölingstraße von insgesamt rund 15 000 Quadratmetern, und die sollen einer neuen Bebauung und Nutzung zugeführt werden, „da Art, Umfang und Qualität von großen Teilen des Gebäudebestands keine nachhaltige Nachnutzung zulassen“, heißt es in einer Vorlage, über die die Mitglieder des Ausschusses abzustimmen hatten.

Aufgrund des freiwerdenden Areals biete sich die Chance und gleichzeitig Notwendigkeit für eine Neuordnung dieses Quartiers. Nur die „zusammenhängende Betrachtung“ des gesamten Bereichs könne sicherstellen, dass „den Erfordernissen und Chancen“, die das Gelände aus stadtentwicklungspolitischer Sicht biete, entsprochen werden könne. Schließlich habe auch das integrierte Stadtentwicklungskonzept das Areal als eines der Filetstücke im Innenbereich bezeichnet.

Aus städtebaulicher Sicht geht es nicht nur um das bisherige Senger-Areal, sondern auch um die Eckgrundstücke an den nördlichen Gebietsrändern, die im Besitz von Privatleuten und einer GmbH sind. „Der Entwurf sieht im Idealfall eine Überplanung des Gesamtbereiches vor. Sollte dies aufgrund der fehlenden Zugriffsmöglichkeit auf die Grundstücke am nordöstlichen und nordwestlichen Gebietsrand nicht möglich sein, kann die Bebauungsstruktur auf diese Situation angepasst werden“, heißt es in der Vorlage.

Der Fachbereich Stadtplanung hat im Spätsommer 2019 das Architektur- und Stadtplanungsbüro „Baufrösche“ aus Kassel beauftragt, auf Grundlage der von der Verwaltung erarbeiteten Nutzungs- und städtebaulichen Konzeption einen städtebaulichen Entwurf mit den städtebaulichen Kennzahlen herauszuarbeiten. Demnach verteilt sich die Bruttogeschossfläche auf 3608 Quadratmeter fürs Wohnen, 10 897 Quadratmeter Mischgebiet und 26 087 Quadratmeter Gewerbe.

Die Bebauungsstruktur orientiert sich weitestgehend für das Gewerbe am Maßstab der Marienbader Höfe mit fünf Geschossen plus Staffelgeschoss. Das große Gebäude am Hessenring könne somit zusätzlich als Lärmschutz für die dahinterliegende Bebauung dienen. Nach Südosten falle die Geschossigkeit zum bestehenden Wohngebäude am Marienbader Platz 8 und 10 um ein Geschoss, um einen „sanfteren Übergang“ zum Bestand herzustellen. Die Wohnbebauung mit vier Stadtvillen mit drei Geschossen plus Staffelgeschoss „vermittelt“ zwischen dem denkmalgeschützten Altbau mit einem markanten Eck-Erker an der Ecke Hessenring/Im Hasensprung und dem neu entstehenden Quartier. So sei ein „konfliktfreies Nebeneinander“ des Wohnens und des Gewerbes möglich.

Das Gebiet soll intern ausschließlich fußläufig erschlossen werden. Dies ermögliche einen „gestalterisch großen Freiraum“ für den Umgang mit den internen Freiflächen. Das Parken werde ausschließlich in Tiefgaragen erfolgen.

Eine Anwohnerin der Frölingstraße machte sich mit Blick auf weiteres Gewerbe Sorgen ob der Lärmemission. Rathauschef Hetjes beruhigte sie: „Wir sind ja nicht Eigentümer. Aber vermutlich wird es sogar leiser, denn Einzel- oder Lebensmittelhandel sind dort nicht vorgesehen, auch keine Werkstatt mehr, sondern Büroflächen. Die brauchen wir nämlich dringend in unserer Stadt.“

Und wie sieht es mit den Parkplätzen aus?, wollte die Frau weiter wissen, und ob angedacht sei, zusätzliche zu bauen, damit auch bisherige Anwohner einen Stellplatz kaufen oder mieten könnten, Hetjes sagte: „Wir haben eine Stellplatzsatzung, und der Investor muss entsprechend der Bebauung Stellplätze vorhalten, Aber wenn der Bedarf in der Nachbarschaft da ist und man schon mal unter der Erde ist, ist es durchaus vorstellbar, dass er zusätzliche Plätze baut.“

Die Stadt will auf der Grundlage des städtebaulichen Entwurfs der „Baufrösche“ vom 15. November einen Bebauungsplanvorentwurf erstellen. Parallel sollen auf der Grundlage der ermittelten Kennzahlen die erforderlichen Fachgutachten in Sachen Lärm, Verkehr und Entwässerung eingeholt werden. Die Ausschussmitglieder votierten einstimmig für die Vorlage.

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