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Sportzentrum und Kita auf Pump

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Land gewährt Kurstadt Darlehen in Höhe von 30,4 Millionen Euro

BAD HOMBURG - Zur Sicherung der weiteren Finanzierung des Haushalts hat Oberbürgermeister Alexander Hetjes (CDU) entschieden, zwei Darlehen aus dem Hessischen Investitionsfonds aufzunehmen. Insgesamt 30,4 Millionen Euro seien am 23. September ausgezahlt worden, heißt es in der Magistratsvorlage, die jetzt auf der Tagesordnung des Wirtschaftsausschusses stand.

Über den Fonds ermöglicht das Land den hessischen Kommunen, investive Vorhaben zu finanzieren, etwa Schulen oder Sportanlagen. Die beiden gewährten Ratendarlehen der Kurstadt (Zins: 2,6 Prozent) sollen in Ober-Eschbach verbaut werden: 4,6 Millionen Euro sind für den Kita-Neubau am Südcampus vorgesehen, wo seit Ende 2020 über 500 Miet- und Eigentumswohnungen hochgezogen werden. 25,8 Millionen Euro sind fürs Sportzentrum Süd am Massenheimer Weg gedacht.

Das Geld für die Mammutvorhaben muss die Stadt in jeweils 40 Halbjahresraten bis 2042 zurückzahlen. Die Zukunft anderer Projekte blieb unklar: etwa die der Homburger Kita-Willkommensgruppe. Seit 2018 werden über das Kooperationsprojekt von Stadt und Caritas Hochtaunus mit dem Titel „Kita-Einstieg: Brücken bauen in frühe Bildung“ Familien mit Flucht- und Migrationshintergrund und Eltern mit kritischem Unterstützungsbedarf bei der Erziehung erreicht, deren Kinder ansonsten spät oder nie eine Kita besuchen würden. 15 Jungen und Mädchen profitieren vom niedrigschwelligen Angebot, das noch bis Jahresende über ein auslaufendes Bundesprogramm gefördert wird. Der städtische Eigenanteil lag zuletzt bei 35 Prozent (2020: 51 000 Euro).

Die von Dezernentin Lucia Lewalter-Schoor (SPD) und OB Hetjes vorgeschlagene Weiterführung der Willkommensgruppe durch die Caritas würde die Stadt mit Kürzungen 81 000 Euro im Jahr kosten. Für das Geld könnten 2023 weiter 15 Jungen und Mädchen an zwei Vormittagen pro Woche gefördert werden. Ende 2023 könnte das Projekt auslaufen, wenn bis dahin genug Betreuungsplätze in den Kita-Neubauten zur Verfügung stehen, wo Kinder mit Zugangsschwierigkeiten über zusätzlichen Kapazitäten aufgefangen werden könnten. „Das Angebot der Maßnahme ist zur Kompensierung der bis dahin nicht vorhandenen Plätze zu verstehen und würde sich bereits mit der Verschiebung der Eröffnung einer der geplanten neuen Einrichtungen um einen Monat finanziell decken“. Verzögerungen, mit denen man auch aufgrund des Fachkräftemangels rechne, heißt es in der Magistratsvorlage. „Gerade für diese Kinder ist eine möglichst frühe Integration unabdingbare Voraussetzung für einen erfolgreichen Bildungsverlauf.“ Allein: Aufgrund der Finanzmisere hat der Ausschuss den Punkt gestrichen und das Thema vertagt.

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