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Kleinere Wettkämpfe wie kürzlich der Summer Cup können auf der Anlage in der Hahnstraße ausgetragen werden. Imago Images
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Kleinere Wettkämpfe wie kürzlich der Summer Cup können auf der Anlage in der Hahnstraße ausgetragen werden. Imago Images

Sport

Sport in Frankfurt: Weit weg von Olympischen Spielen

  • Oliver Teutsch
    VonOliver Teutsch
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Die selbst ernannte Sportstadt Frankfurt kann kaum internationale Wettkämpfe ausrichten. Leichtathletik-Halle in Kalbach soll abgerissen werden.

Die Olympischen Spiele in Tokio sind nicht nur räumlich weit weg von Frankfurt. Die von der Lokalpolitik gekürte Sportstadt könnte in den olympischen Kerndisziplinen Schwimmen und Leichtathletik aktuell nicht mal nationale Meisterschaften ausrichten. Zum Wettkampfschwimmen fehlt eine Halle mit 50-Meter-Becken, für die Leichtathletik ein 400-Meter-Oval mit acht Laufbahnen. Ernsthaft Leichtathletik betrieben wird in Frankfurt nur auf der Bezirkssportanlage in der Niederräder Hahnstraße. Dort, wo es immerhin acht Sprintbahnen und sechs 400-Meter-Bahnen gibt, tummeln sich nicht weniger als 49 Bundeskader-Athletinnen und -Athleten. Knapp ein Drittel davon trägt den Eintracht-Adler auf der Brust, worauf Leichtathletik-Abteilungsleiter Michael Krichbaum mit Recht stolz ist. Die Trainingsbedingungen in Niederrad seien gut, aber: „Es fehlt ganz klar eine Wettkampfanlage, auf der zumindest mal internationale Jugendwettkämpfe ausgerichtet werden können.“

Selbst für das Training sei die Anlage in der Hahnstraße mittlerweile schon etwas beengt. Vor allem im Kraftraum sei der Platz für den Nachwuchs knapp. In den Wintermonaten und bei schlechtem Wetter ist das Leichtathletik-Training zudem mit einer großen Fahrerei verbunden. Denn wenn es zu regnen beginnt, ist die Leichtathletikhalle in Kalbach am anderen Ende der Stadt gefragt. „Da geht schon mal eine Stunde mit Fahrerei drauf“, gibt Krichbaum zu bedenken.

Nach FR-Informationen könnte sich zumindest dies mittelfristig bessern. Denn die marode und stark sanierungsbedürftige Halle in Kalbach – 1992 in Vorfreude auf vermeintliche Olympischen Spiele in Frankfurt in Betrieb genommen – soll abgerissen und durch einen Neubau in Niederrad ersetzt werden. „Das wäre ein Riesenfortschritt für den Stützpunkt und würde die Kapazitäten entzerren“, findet Krichbaum.

Auch Roland Frischkorn, seit vielen Jahren umtriebiger Vorsitzender des Sportkreises Frankfurt, könnte mit dieser Lösung leben. Er hofft nur, dass die dann in Kalbach frei werdende Fläche ebenfalls wieder für den Sport genutzt wird. „Dort könnte ich mir ein Turnzentrum vorstellen, das wird seit langem gefordert“, so Frischkorn.

Fragt man den Vorsitzenden des Sportkreises, der Dachorganisation von 460 Frankfurter Turn- und Sportvereinen, nach Frankfurt und Olympia, wird er ziemlich traurig. Der Sportpark Ost in Preungesheim sei im Prinzip die einzige neue Sportstätte, die in den vergangenen 20 Jahren entstanden ist. „Der Sport hat keine Lobby, und es geht immer nur um Verdrängung.“ So sei die Frankfurter Tennis-Offensive mit Unterstützung in den Stadtteilen nur entstanden, weil im Stadtwald das Tennisstadion abgerissen wurde. Und wenn eine Leichtathletikhalle in Niederrad gebaut wird, könnte die TSG Niederrad darunter leiden, weil sie ihr Gelände nur von der Stadt gemietet hat.

Apropos Abriss Tennisstadion im Stadtwald: „Die Geschichte des Waldstadions zeigt ganz gut, wie sich der Sport entwickelt hat“, findet Frischkorn. Früher gab es rund um das Waldstadion eine Leichtathletikanlage, eine Radrennbahn und ein Tennisstadion, heute nur noch „ein Einseitigkeitsstadion“.

Der Platzmangel in der Stadt treffe vor allem den Sport. „Es ist an der Zeit, viel zielgerichteter zu planen“, fordert Frischkorn. Hoffnung setzt er dabei in Mike Josef. Denn der Sozialdemokrat ist demnächst gleichzeitig Sport- und Planungsdezernent. „Das ist eine einmalige Kombination in Deutschland“, freut sich Frischkorn auf Synergien für den Sport.

Auf das Spiel, für welche der 33 olympischen Sportarten es in Frankfurt derzeit akzeptable Bedingungen gibt, will er sich gar nicht einlassen: „Es ist alles optimierungsbedürftig, mit Sportstadt hat das wenig zu tun.“ Nicht nur deswegen sei Olympia für die meisten Frankfurter Vereine derzeit weit weg. „Die Vereine treibt eher die Sorge um, wie sie Kinder und Jugendliche wieder zum Sport animieren können“, so Frischkorn.

Kleinere Wettkämpfe wie kürzlich der Summer Cup können auf der Anlage in der Hahnstraße ausgetragen werden. Imago Images

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