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„Frankie Boy“, der sich Zeit seines Lebens für wohltätige Zwecke und gegen Rassentrennung und Diskriminierung einsetzte, hatte auch eine dunkle Seite.
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„Frankie Boy“, der sich Zeit seines Lebens für wohltätige Zwecke und gegen Rassentrennung und Diskriminierung einsetzte, hatte auch eine dunkle Seite.

Sinatra-Show

Spitzbuben mit Herz

  • Corina Silvia Socaciu
    VonCorina Silvia Socaciu
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Der Hollywood-Sänger Frank Sinatra wäre am 12. Dezember 100 Jahre alt geworden. In Erinnerung an seine legendären Auftritte mit Dean Martin und Sammy Davis Junior in Las Vegas lässt die Show „Sinatra and Friends“ das Rat Pack bald auch in Frankfurt wieder aufleben.

Bis zu seinem Tod blieb er undurchschaubar. Doch wenn er sang, entkleidete er seine Seele: zarter Romantiker und zugleich taffer Halunke. Mit einem Schuss Jack Daniels auf Eis und einer filterlosen Zigarette in der Hand verkörperte Frank Sinatra die amerikanischen Männlichkeitsvorstellungen des vorigen Jahrhunderts wie kaum ein anderer. „The Voice“, auch „Frankie Boy“ und „Ol‘ blue eyes“ genannt, begeisterte als Sänger und Schauspieler weibliche wie männliche Fans. Am 12. Dezember wäre der 1998 verstorbene Sänger 100 Jahre alt geworden.

Als Hommage an den Entertainer gastiert vom 18. bis 21. Februar die Show „Sinatra and Friends“ in Frankfurt. Mit dabei: Stephen Triffitt als Frank Sinatra sowie Mark Adams und George Daniel Long als Dean Martin und Sammy Davis Junior. Nicht nur optisch, sondern auch gesanglich lassen die drei Schauspieler den Eindruck entstehen, das so genannte Rat Pack („Schurkenpack“) stünde persönlich auf der Bühne.

Ohne jemals Gesangsunterricht erhalten zu haben, prägte Frank Sinatra, 1915 in Hoboken, New Jersey, als Sohn italienischer Einwanderer geboren, die Musik einer Ära. Trainiert hatte er seine Stimme mit Operngesang und afroamerikanischem Jazz. Häufig wird der Schulabbrecher und ehemalige Sportjournalist als „größter Entertainer aller Zeiten“ gelobt.

Doch „Frankie Boy“, der sich Zeit seines Lebens für wohltätige Zwecke und gegen Rassentrennung und Diskriminierung einsetzte, hatte auch eine dunkle Seite. Mehr als 1250 Seiten umfasst Sinatras FBI-Akte, die kurz nach seinem Tod im Jahr 1998 veröffentlicht wurde. FBI-Direktor J. Edgar Hoover lastete ihm an, inoffiziell auch mit echten Schurken verbandelt gewesen zu sein, etwa mit den Mafiosi Charles „Lucky“ Luciano und dem mutmaßlich im Kennedy-Attentat verwickelten Sam „the Cigar“ Giancana. Die Spur der Mafia dokumentierte die Ermittlungsbehörde als Roten Faden durch den Karriereverlauf Sinatras hindurch: vom rasanten Aufstieg im Show-Geschäft, über den Abstieg bis hin zum Comeback sowie kontroversen Glücksspielgeschäften und Schlägereien in Las Vegas.

Erst im geschichtlichen Zusammenhang lassen sich viele Vorwürfe, die Sinatra abgestritten hat, relativieren. Mit einem Warnhinweis öffnet sich heute seine Akte auf der FBI-Website: Die in den Dokumenten vertretenen Ansichten entsprächen womöglich nicht mehr den heutigen. Damit distanziert sich die Behörde von den teils unorthodoxen Praktiken des langjährigen Direktors, J. Edgar Hoover, unter dessen Überwachungstaktiken Sinatra ein Leben lang litt.

Inszenierung als "coole Gentlemangangster"

Gänzlich abstreiten ließen sich Sinatras Mafiakontakte schon aufgrund zahlreicher Fotos nicht. Zumindest teilweise entkräftete seine Tochter Nancy Sinatra allerdings im Jahr 1995 Auffassungen, wonach ihr Vater dem so genannten „Mob“ angehörte: „Im Hollywoodgeschäft der 1920er bis 60er Jahre gab es kaum einen Hollywood-Star, der der Mafia nicht zumindest mal über den Weg gelaufen ist.“

Ganz bewusst inszenierte sich Sinatra mit Kollegen Dean Martin und Sammy Davis Junior als „coole Gentlemangangster“ in ihren Gesangsshows, die Mitte bis Ende der 1960er Jahre das Casino „The Sands“ zu einer der angesagtesten Adressen von Las Vegas machten. Das Rat Pack drehte erfolgreiche Gangsterfilme wie „Ocean’s Eleven“. In Las Vegas etablierte sich das Trio durch unterhaltsame und gelegentlich nicht ganz politisch korrekte Gesangsshows, bei denen das Glas Whiskey ebenso auf die Bühne gehörte wie das Jazz-Orchester. Genau dieses Live-Erlebnis lässt das Ensemble von „Sinatra and Friends“ wieder aufleben.

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