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Hat die Menschen immer im Blick: Reinhard Podlich.
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Hat die Menschen immer im Blick: Reinhard Podlich.

Sachsenhausener Künstler

Spezialgebiet Mensch

Der Porträtzeichner Reinhard Podlich braucht für ein Bild nur eine Viertelstunde. Er hat die Menschen stets im Blick und beobachtet sie auch als Kunstobjekte. Von Sebastian Amaral Anders

Von SEBASTIAN AMARAL ANDERS

Reinhard Podlich sagt von sich, er sei ein "expressiver Typ". Wenn der 66-jährige Künstler auf seinem Sofa sitzt und mit wohl überlegten Worten über sein Schaffen spricht, lässt er sich diesen Charakterzug zumindest nicht anmerken. Es gibt aber auch den anderen Reinhard Podlich. Den Maler, den Zeichner, der sich manchmal vier bis fünf Wochen lang fast ohne Unterlass auf der Leinwand austobt. "Das ist dann wie ein Anfall", sagt er.

An den Wänden in dem winzigen Zimmer, das sich Podlich in Sachsenhausen gemietet hat, hängen fein säuberlich gerahmte Bilder, die er in der letzten Zeit gemalt hat. Landschaften, die sich nur als solche andeuten, Stillleben und immer wieder Gesichter und abstrakte Umrisse von Menschen. "Ich interessiere mich sehr für die Menschen und beobachte sie sehr genau", sagt Podlich. "Auch als Kunstobjekte."

Werbung hat ihn verdorben

Seine Mitmenschen hat der gelernte Grafikdesigner zu seinem Spezialgebiet gemacht. An seiner Staffelei hängen zahlreiche Porträts, links lächelt zaghaft ein Kleinkind rechts blickt ein junger Mann den Betrachter durchdringend an. Mit feinen Strichen versucht Podlich, sich dem Menschen anzunähern. So wie er ist. Rund 15 Minuten braucht er für ein Porträt. Von den Karikaturisten, die den Porträtzeichner-Markt überschwemmen, grenzt Reinhard Podlich sich indes bewusst ab.

Freischaffender Künstler zu sein, davon hat Podlich schon als junger Mann geträumt. Stattdessen hielt sein Vater eine Druckerlehre als "soliden Beruf" für die richtige Wahl. Eine "tolle Zeit" begann für Podlich erst, als er danach ein Grafikdesign-Studium aufnahm und abends an der Städelschule lernte. "Da wurde ich zum Künstler erzogen." Bis er sich allerdings daran machte, diesen Lebenstraum zu verwirklichen, sollten gut 30 Jahre vergehen.

Zunächst landete der junge Mann bei verschiedenen Agenturen, zeichnet Werbung. "Das hat mich verdorben", sagt er im Nachhinein. Als er einmal im Urlaub eine Landschaft in Aquarell malte, wurde daraus ungewollt das reinste Werbeplakat. "Da fehlte nur noch die Headline." Dann hielt der Computer im Grafikdesign Einzug, bald gehörte der Zeichner Podlich in der Branche zum alten Eisen.

Die Entfremdung von den Mühlen der Agenturarbeit begreift Podlich heute als Chance. Mit seinen Porträtzeichnungen hat er seine Sparte, seine Begabung gefunden. Noch reicht das Einkommen, das er mit dem Verkauf der Porträts erzielt, nicht zum Leben. Noch arbeitet er an vier Tagen in der Woche bei einem Sicherheitsdienst - und hat dabei das Glück, im Städel eingesetzt zu werden. "Aber durch die Zeichnerei", sagt er, "habe ich die Chance, künstlerisch zu mir selbst zu finden."

Persönliche Porträts für 50 Euro zeichnet Reinhard Podlich am Samstag, 20. Dezember, im Atelier Unikart, Würzburger Straße 10, von 11 bis 18 Uhr. Ein Teil des Erlöses kommt der FR-Altenhilfe zugute. Weitere Informationen zur Arbeit des Künstlers gibt es im Internet: www.der-portraitzeichner.de

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