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Sperrzone reicht bis in den Kreis

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Ein THW-Mitarbeiter passiert die Desinfektionsschleuse zum Putenzuchtbetrieb in Utphe, wo auf Anordnung des Kreisveterinäramts 8500 Tiere wegen eines Geflügelpest-Befalls getötet werden. jwr © Jonas Wissner

Wegen des Ausbruchs der Vogelgrippe im Landkreis Gießen werden nun auch einige Gebiete im Wetteraukreis zur Sperrzone. In der Aufstallungspflicht gilt, gehaltene Vögel sollen so vor einer Ansteckung geschützt werden, Tierausstellungen, Tiermärkte und -schauen müssen abgesagt werden. Das Veterinäramt untersucht Geflügelhaltungen, um die weitere Ausbreitung der Vogelgrippe zu verhindern.

Die aviäre Influenza wird auch Vogelgrippe, Geflügelgrippe oder Geflügelpest genannt. Dabei handelt es sich um eine hochansteckende Infektionskrankheit, an der sich Hühner, Puten, Wassergeflügel und auch andere Vögel anstecken können. Für den Menschen ist der Erreger ungefährlich. Vor wenigen Tagen ist die Geflügelpest auf einer Putenzuchtfarm in Utphe ausgebrochen, Hunderte Tiere des Betriebs sind der Seuche zum Opfer gefallen. Alle anderen - insgesamt rund 8000 Hennen und 500 Hähne - müssen auf Anordnung des Veterinäramtes getötet werden.

Um eine Verbreitung der Seuche zu verhindern, wird eine Sperrzone gebildet. Diese besteht aus einer Schutzzone drei Kilometer rund um den Ausbruchsbetrieb sowie einer Überwachungszone in einem Zehn-Kilometer-Radius. Ausgehend von Utphe bedeutet das: Die Sperrzone reicht bis in den Wetteraukreis. Betroffen sind hier vor allem Teile von Nidda, Ranstadt, Echzell, Reichelsheim, Wölfersheim und Münzenberg.

In den Vogelhaltungen der gesamten Sperrzone müssen - vor allem bei erhöhter Sterberate - alle erkrankten Vögel dem Veterinäramt gemeldet werden. Darauf weist der Wetteraukreis hin. „Wer Geflügel hält und sich noch nicht beim zuständigen Veterinäramt angemeldet hat, muss dies nun unbedingt nachholen“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung von Mittwoch.

INTERAKTIVE KARTE

Die Sperrzone inklusive Aufteilung in Schutz- und Überwachungszone wird auf einer interaktiven Karte dargestellt: https://tinyurl.com/u9b5najf. Die Allgemeinverfügung ist hier einsehbar: wetteraukreis.de/politik/kreis recht. Das Veterinäramt ist montags bis donnerstags von 7.30 bis 16 Uhr und freitags von 7.30 bis 12.30 Uhr erreichbar: veterinaeramt@ wetteraukreis.de oder Telefon: 0 60 31/83-46 01. red

Um die eigenen Tiere zu schützen und eine Ansteckung der Vögel mit der Geflügelpest zu verhindern, sei es erforderlich, Wildvögel aus den Beständen fernzuhalten und den Kontakt von Wildvögeln zu Tieren in Geflügelbeständen zu vermeiden. Ebenso sei es wichtig, dass Wildvögel nicht an Futter oder Einstreu gelangen, dass für Hausgeflügel bestimmt ist. Daher hat der Wetteraukreis die Aufstallung aller gehaltenen Vögel in der Sperrzone angeordnet. Das bedeutet: Die Tiere müssen in geschlossenen Ställen oder unter einer überstehenden, dichten Abdeckung und mit einer gegen Wildvögel gesicherten Seitenbegrenzung gehalten werden. Ein Netz mit einer Maschenweite von maximal 25 Millimetern sei als Schutzvorrichtung ausreichend, wird als konkretes Beispiel genannt. Darüber hinaus wurden weitere Sicherheitsmaßnahmen angeordnet. Beispielsweise dürfen lebende und tote Vögel und Erzeugnisse wie etwa Eier nicht mehr aus der Sperrzone entnommen werden. Ausnahmen seien unter bestimmten Voraussetzungen, aber nur mit Genehmigung möglich. Darüber hinaus sind öffentliche Präsentationen von Vögeln bei Ausstellungen, Märkten und Tierschauen verboten.

Zudem werden in der Schutzzone alle gemeldeten Geflügelhaltungen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Veterinäramtes untersucht und gegebenenfalls Proben genommen. In der Überwachungszone werde stichprobenartig auf die Seuche getestet, kündigt das Veterinäramt an.

Um alle Geflügelhaltungen im Landkreis vor möglichen Infektionen zu schützen, appelliert der Wetteraukreis an alle Geflügelhalterinnen und -halter, die geltenden Biosicherheitsmaßnahmen zum Schutz vor einem Ausbruch strikt einzuhalten und gegebenenfalls zu optimieren. red

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