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Aufgeräumt: das Rüsselsheimer Rathaus am Marktplatz.

OB-Wahl in Rüsselsheim

Zwei Kandidaten treten gegen OB Burghardt an

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Bei der Oberbürgermeisterwahl in Rüsselsheim treten Udo Bausch (parteilos) und Joachim Walczuch (Wählergemeinschaft "Wir sind Rüsselsheim") gegen Amtsinhaber Patrick Burghardt (CDU) an.

Die Bürger der Stadt Rüsselsheim können am übernächsten Sonntag nicht nur über die Zusammensetzung des Bundestags abstimmen, sie dürfen auch ihr Stadtoberhaupt für die nächsten sechs Jahre wählen. Zwei Bewerber wollen Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) das Amt streitig machen: Udo Bausch fordert den Amtsinhaber als Parteiloser heraus, und für die Wählergemeinschaft „Wir sind Rüsselsheim“ (WsR) tritt deren Fraktionsvorsitzender Joachim Walczuch an. Zur Wahl am 24. September sind rund 45 000 Wahlberechtigte aufgerufen.

Über den Hessentag, zu dem im Juni 1,4 Millionen Besucher nach Rüsselsheim kamen, wird auch noch drei Monate nach dessen Ende engagiert diskutiert. Während Rathauschef Burghardt von Anfang an ein vehementer Fürsprecher des zehntägigen Landesfestes war, hält ihm Kontrahent Walczuch das entstandene Defizit und den hohen Schuldenstand der Stadt vor. Nach Auffassung der Kritiker des Hessentags hätte das Fest kleiner und kostengünstiger geplant werden müssen. Erst kürzlich musste der OB mitteilen, dass – entgegen der ursprünglichen Prognose – die Stadt für die Ausrichtung des Hessentags für einen Fehlbetrag von 2,77 Millionen Euro aufkommen müsse. Die genaue Endabrechnung soll allerdings erst im nächsten Jahr vorliegen.

Wem dieses Zwischenergebnis nicht passt, der könnte am Wahltag in gut einer Woche dem 36 Jahre jungen Amtsinhaber einen Denkzettel verpassen und das Kreuz bei einem seiner beiden Mitbewerber machen. Während der Amtsinhaber im Wahlkampf mit dem selbstbewussten Slogan „Bürgernah, tatkräftig, erfolgreich“ für sich wirbt und dabei auch sehr intensiv die sozialen Medien und einen Videoblog nutzt, kokettiert der von Sozialdemokraten und Grünen unterstützte Jurist Bausch mit seiner Parteilosigkeit. „Meine Partei sind die Bürger“ ist auf seinen blauen Wahlplakaten zu lesen. Und das nicht gerade bescheidene Motto von Walczuch lautet: „Damit’s besser wird“.

Die Kandidaten haben sich in den vergangenen Wochen schon mehrfach bei Podiumsdiskussionen den Fragen von Journalisten und interessierten Bürgern gestellt. Dabei erwies sich Walczuch stets als der scharfzüngigere und aggressivere Gegenpart des Oberbürgermeisters.

In der Stadtverordnetenversammlung verfügt Burghardt über keine eigene Mehrheit. Nach den jüngsten Kommunalwahlen fanden SPD, Grüne, die Wählerinitiative WsR und Die Linke/Liste Solidarität zu einem Viererbündnis zusammen, das nun eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung besitzt. Auf einen gemeinsamen OB-Kandidaten konnte sich das Bündnis allerdings nicht verständigen.

Das Verhältnis zwischen dem Oberbürgermeister und dem Bündnis gestaltete sich in den vergangenen anderthalb Jahren recht schwierig und konfrontativ. Burghardt hat sich nun dafür ausgesprochen, „den Resetknopf zu drücken“, um auch im Hinblick auf die erforderliche Konsolidierung des verschuldeten Haushalts nach der Wahl des Stadtoberhauptes wieder zu einem harmonischeren Verhältnis zu finden. Zudem setzt Burghardt auf interkommunale Kooperationen wie etwa die bestehende Zusammenarbeit mit den Nachbarstädten Raunheim und Kelsterbach.

Auch Walczuch plädiert für eine „neue Debattenkultur“ in der Stadt, für einen „sorgsamen Umgang mit dem Geld der Bürgerinnen und Bürger“ und für eine Reform der Stadtverwaltung.

Und Bausch empfiehlt sich den Bürgern mit seinen vielfältigen Berufserfahrungen als engagierter Wirtschaftsförderer. Er will „zielgerichtet Gewerbe ansiedeln, um Arbeitsplätze zu schaffen und Einnahmen für die Stadt zu generieren“. Große Leerstände seien „nicht zu akzeptieren“. Bausch meint, dass Rüsselsheim derzeit „hinter seinen Möglichkeiten als Wirtschaftsstandort zurückbleibt“.

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