+
Zwei Bauarbeiter arbeiten im Gegenlicht auf einem Gerüst. (Symbolfoto)

Wohnungen in Oberusel

Wohnen auf dem Sportplatz

  • schließen

Die Stadt Oberursel will in Weißkirchen knapp 100 Wohnungen und Häuser schaffen, davon 30 Prozent im bezahlbaren Segment.

Wo derzeit noch die Kicker des 1. FC Weißkirchen dem Ball hinterherjagen, sollen künftig mehr als 200 Menschen wohnen. Die Stadt plant, auf einem der beiden Sportplätze zwischen Oberurseler Straße und Ludwig-Erhard-Straße ein Wohngebiet mit sieben Reihenhäusern und 80 bis 90 Wohnungen zu schaffen. Von diesen sollen 30 Prozent im vergünstigten Segment entstehen, kündigt Bürgermeister Hans-Georg Brum (SPD) an.

Die Stadt ist Eigentümerin des 2,6 Hektar großen Geländes, das sie aber nicht selbst bebauen, sondern an einen Investor verkaufen will. Dem Rathauschef schwebt eine sogenannte Konzeptvergabe vor, bei der die Stadt dem Investor Vorgaben machen kann. Dafür sei man auch bereit, auf den höchstmöglichen Profit zu verzichten, sagt Brum. Schließlich hat sich die schwarz-rote Koalition in Oberursel vorgenommen, bis zum Ende der Legislaturperiode insgesamt 1000 neue Wohnungen zu schaffen, davon 300 im „bezahlbaren“ Bereich mit Mieten von bis zu zehn Euro pro Quadratmeter.

Mit dem Weißkirchener Fußballverein hat sich die Stadt bereits verständigt. Dafür, dass der Klub auf einen seiner Spiel- und Trainingsplätze verzichtetet, soll der zweite zum Kunstrasenplatz umgebaut und mit einer modernen Flutlichtanlage ausgestattet werden.

Mit den Turnern und den Schützen, die ihrerseits Übungsflächen am Gelände haben, sei man ebenfalls in guten Gesprächen, teilt der Leiter der Oberurseler Stadtentwicklung, Arnold Richter, mit. So könne etwa die Leichtathletikabteilung des Turnvereins künftig eine Wiese östlich der Sportanlage nutzen.

Entscheidung im Stadtparlament

Um die rechtlichen Voraussetzungen für das neue Wohngebiet zu schaffen, soll das Stadtparlament demnächst über den Aufstellungsbeschluss für eine Bebauungsplanänderung entscheiden. Grundsätzlich haben die Stadtverordneten dem Vorhaben bereits zugestimmt.

Vorgesehen sind Mehrfamilienhäuser mit drei Vollgeschossen plus Staffelgschoss, die Reihenhäuser sollen mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss etwas kleiner werden. Flächen für Stellplätze seien vorhanden, sagt Arnold Richter. Allerdings sei auch die nächste U-Bahn-Station nicht weit, und der Stadtbus halte „vor der Haustür“.

Gegenüber den ersten Plänen soll nun aber nicht mehr der nördliche Sportplatz, sondern die im Süden gelegene Fläche bebaut werden. Grund dafür sei der Lärmschutz, erläutert Bürgermeister Brum. Für das überarbeitete Konzept habe ein Schallgutachter nun weitgehend Zustimmung signalisiert.

Allerdings sei im weiteren Verfahren noch eine „Feinabstimmung“ nötig, räumt Brum ein. Schließlich grenzt das neue Wohngebiet an den verbleibenden Sportplatz, außerdem befindet sich westlich ein Gewerbegebiet. Dort gebe es aber kein produzierendes Gewerbe, sagt Brum. Außerdem befinden sich bereits jetzt Wohnhäuser in direkter Nachbarschaft zu den Betrieben.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare