Gesundheit

SPD will mehr Medizin-Studienplätze

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Die Fraktion hat ein Programm für eine bessere Gesundheitsversorgung präsentiert. Die CDU weist den Vowurf zurück, sie habe „geschlafen“.

Mit einem „Sofortprogramm für die Gesundheit“ will die hessische SPD die ärztliche Versorgung verbessern. Die aktuelle Landesregierung habe bei dem wichtigen Thema geschlafen, sagten Fraktionschef Thorsten Schäfer-Gümbel und die gesundheitspolitische Sprecherin der Fraktion, Daniela Sommer, am Dienstag in Wiesbaden. Sowohl auf dem Land als auch in den Städten gebe es ärztlich unterversorgte Gebiete. Missstände herrschten bei der Versorgung mit Apotheken, der Erreichbarkeit von Krankenhäusern und einer ausreichenden Versorgung mit Hebammen. „Dies alles muss zügig angegangen werden“, sagte Schäfer-Gümbel und versprach, dies in einer Landesregierung unter seiner Führung zu tun.

Auch bei der Ausbildung will die SPD eine Offensive starten. Die rund 1000 Studienplätze für die Humanmedizin in Hessen reichten nicht aus, sagte Sommer. Pro Semester will die SPD 100 zusätzliche Studienplätze schaffen und ein sogenanntes Zweigcampus-Modell etablieren, das in anderen Bundesländern bereits erprobt wird. Dabei kann die klinische Ausbildung an Krankenhäusern in ländlichen Regionen stattfinden. Weitere Punkte aus dem Sofortprogramm, mit dem die Sozialdemokraten bei der Landtagswahl punkten wollen: mehr Telemedizin und Ärzte entlastendes medizinisches Personal. Zudem müsse die strikte Trennung von stationärem und ambulantem Sektor überwunden werden.

Der gesundheitspolitische Sprecher der hessischen CDU, Ralf-Norbert Bartelt, stellte Gesundheitsminister Stefan Grüttner (CDU) hingegen ein gutes Zeugnis aus: Die medizinische Versorgung „auf einem hohen Niveau“ sei auch zukünftig gewährleistet. „Voraussetzung dafür ist die erfolgreiche Ausbildung und Gewinnung von Fachkräften.“ Derer gebe es genug, doch die Kräfte seien ungleich auf Stadt und Land verteilt. Um die ambulante Versorgung auf dem Land sicherzustellen, setze die Landesregierung darauf, das Praktische Jahr und Famulatur-Abschnitte in Hausarztpraxen zu fördern. Weitere Möglichkeit sei eine Anschubfinanzierung für Gemeinschaftspraxen und Medizinische Versorgungszentren. Auch die Digitalisierung des Gesundheitswesens biete „eine große Chance“.

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