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Nah dran an Frankfurt: Das Bürogebiet Offenbach-Kaiserlei.

Büroleerstand in Offenbach

Weiter hoffen auf den Brexit

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Bislang sind noch keine Firmen wegen des Brexits von London nach Offenbach gezogen - der Büroleerstand in der Stadt sinkt trotzdem. Anders sieht es beim Einzelhandel aus.

Dass der Brexit eine Verlagerung von Arbeitsplätzen nicht nur nach Frankfurt, sondern auch nach Offenbach mit sich bringt – diese Hoffnung hegen manche in der dortigen Stadtverwaltung. Etwa der Chef der Offenbacher Wirtschaftsförderung, Jürgen Amberger. Auf den fast kompletten Leerstand des höchsten Hochhauses in der Stadt – des 2003 errichteten City-Towers – angesprochen, sagt Amberger, er sei überzeugt, dass es über den 32-stöckigen Turm im nächsten Jahr Positives zu berichten gebe. Tatsächlich hat ihm zufolge ein Londoner Unternehmen aus dem Finanzsektor Interesse an den Büros im Tower angemeldet; die Firma sei dann aber doch in die irische Hauptstadt Dublin gezogen. Über den Grund dieser Entscheidung ist Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) informiert: Das Rhein-Main-Gebiet habe den Mitarbeitern des Unternehmens nicht zugesagt, weiß Schwenke.

Offenbachs OB hat die Wirtschaftsförderung zur Chefsache erklärt. Es ist ihm daher wichtig, den Leerstand im City-Tower ins rechte Licht zu rücken. Denn jenseits dieses Turms sehe es in Offenbach ganz gut aus, betont er. Die Zahlen geben ihm zumindest tendenziell recht: Wie dem aktuellen Flächenreport der Wirtschaftsförderung zu entnehmen ist, sinkt der Leerstand von Büros im laufenden Jahr von 7,7 Prozent in 2017 auf nun rund 7,4 Prozent. Damit setzt sich der positive Trend der vergangenen Jahre etwas abgeschwächt fort. Im gleichen Maße steigen die Mietpreise für Büros in Offenbach leicht an.

Neuvermietungen sind laut Amberger vor allem im Gewerbegebiet Kaiserlei zu verzeichnen, mit dessen Nähe zu Frankfurt die Offenbacher auf jeder Immobilienmesse zu wuchern versuchen. Jüngste Erfolgsmeldung ist die Ansiedlung zweier neuer Unternehmen und die Expansion eines weiteren Unternehmens im Bürogebäude „M2O“ in der Kaiserleistraße, das im vergangenen Jahr umgestaltet wurde. Die Namen der Firmen will Amberger noch nicht nennen. Nur so viel: Es seien „namhafte, gute Sachen“.

Auch für die beiden Bürokomplexe samt Hochhäusern, die nach dem Rückbau des Kaiserlei-Kreisels links und rechts der Autobahn auf frei werdenden ehemaligen Verkehrsflächen entstehen sollen, gebe es „mehrere ernsthafte Interessenten“, sagt Schwenke. Gerade diese Woche habe er wieder Gespräche darüber geführt – mit einem Investor, der bereits Geld in die Hand genommen habe, um erste architektonische Ideen zu erarbeiten.

Nicht so gut sieht die Entwicklung im Einzelhandel aus. Der Leerstand ist hier laut Flächenreport 2018 leicht gestiegen. Das liege vor allem an einem Gebäude in der Frankfurter Straße, wo nun wieder Flächen zu vermieten seien, sagt Amberger. In den vergangenen Monaten haben aber auch einige Traditionsgeschäfte geschlossen oder angekündigt, dies bald zu tun: Schuh-Trost, Spiegel-Ricker und Foto-Woehl. Freilich gibt es auch Neueröffnungen, zum Beispiel im Nordend: Dort hat in der Bernardstraße vor Kurzem der „Yogaladen“ aufgemacht – ein Yogastudio auf Spendenbasis, in dem bald auch Filme laufen.

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