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Fachpersonal gesucht: städtische Kita in Offenbach.

Landtagswahl in Offenbach

Wahlkampf in Kitas und Krippen

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Im Wahlkampf zur Landtagswahl sind in Offenbach der Mangel an Erziehern und Gebührenbefreiung Themen.

In der Krabbelstube „Tagträume“ in Offenbach-Waldhof lassen sich die Probleme, die es allerorten bei der Kinderbetreuung gibt, wie in einem Brennglas beobachten. „Vom Bedarf her könnten wir locker noch ein oder zwei Gruppen öffnen“, erzählt Leiterin Jutta Limberger. So gebe es für einen Krippenplatz in dem vom Trägerverein selbst gebauten Haus ein Jahr Vorlaufzeit bei der Anmeldung. Günstig sind die 48 Plätze auch nicht: 226 Euro kostet ein Ganztagsplatz in Offenbach – die zusätzliche Essensgebühr wurde gerade auf 80 Euro erhöht.
Der Landtagswahlkampf findet verstärkt auch in Kitas und Krippen statt, wo sich Probleme, bündeln, die es politisch zu lösen gilt: So macht der Fachkräftemangel vielen Einrichtungen zu schaffen – in Offenbach zum Beispiel können mehrere neu errichtete Kitas der Stadt nicht voll eröffnen, weil es an qualifiziertem Personal fehlt. Und die regional variierenden Kita-Gebühren kritisieren viele Eltern als ungerecht. 

Die hessische SPD erhielt bei dem Thema am Freitag Schützenhilfe von Bundesfamilienministerin Franziska Giffey, die mit  Offenbachs Direktkandidatin Nadine Gersberg die „Tagträume“-Kita besuchte. Den Sozialdemokraten geht die Gebührenbefreiung, die Schwarz-Grün für über 3-Jährige und sechs Stunden täglich eingeführt hat, nicht weit genug – sie wollen die Gebühren schrittweise ganz abschaffen. Zupass kommt ihnen, dass der Bund mit dem „Gute-Kita-Gesetz“ das Land Hessen mit über 400 Millionen Euro in vier Jahren unterstützen will. 

Giffey kritisierte in diesem Zusammenhang die Landesregierung: Bei den laufenden Gesetzesverhandlungen sei Hessen „der härteste Brocken“, sagte sie in Offenbach: Dass der Bund in Verträgen mit den Ländern Details zur Verwendung der Gelder festschreiben will, werde von der Landesregierung „nicht goutiert“. Die Sprecherin des hessischen Sozialministeriums, Esther Walter, sagte, dass man sich nicht vom Bund in der Handlungsfreiheit einschränken lassen wolle. Zudem lehne man den Verwaltungsaufwand ab, der durch Berichtspflichten beim Monitoring und der Evaluation anfalle. Auch sollten die Gelder dauerhaft fließen.

Eine bessere Kita-Qualität fordert auch die Hessen-FDP, deren Kandidaten stets betonen, dass Themen wie bessere Sprachförderung oder mehr Fachkräfte wichtiger seien als eine Gebührenbefreiung. Die familienpolitische Sprecherin der CDU im Landtag, Claudia Ravensburg, hält dem entgegen, dass Schwarz-Grün mit 1,5 Milliarden Euro im aktuellen Doppelhaushalt so viel Geld in die Kinderbetreuung stecke wie nie zuvor.

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