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Ihr politisches Schicksal ist derzeit miteinander verknüpft: Angela Merkel und Volker Bouffier.

Landtagswahl Hessen

Wahl in Hessen entscheidet auch über Merkel

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Droht der CDU in Hessen ein ähnliches Debakel wie der CSU in Bayern? Sollte Volker Bouffier in zwei Wochen sein Amt abgeben müssen, wird es wohl auch eng für die Kanzlerin.

"Nach der Bayern-Wahl ist vor der Hessen-Wahl" - Mit diesem Motto wollte die CDU-Spitze noch am Sonntagabend die massiven Verluste ihrer Koalitionspartner CSU und SPD in Bayern sofort abhaken. CDU-Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer erlaubte sich zwar noch eine kurze Bemerkung, dass das Ergebnis für die CSU "bitter" sei. Aber dann lenkte sie den Blick sofort auf die hessische Landtagswahl in zwei Wochen. Der Grund: Die Abstimmung wird nach Einschätzung der CDU-Spitze eine Art Schicksalswahl auch für CDU-Chefin und Kanzlerin Angela Merkel. Denn sollte Ministerpräsident Volker Bouffier sein Amt abgeben müssen, sagt Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble eine Debatte auch über die Zukunft der Kanzlerin voraus.

Kramp-Karrenbauer schwor die CDU deshalb bereits am Abend auf Einheit, Ruhe und Kampf ein. Nicht ohne Hintergedanken verbrachte Wahlkämpfer Bouffier den Wahlabend im Konrad-Adenauer-Haus. Und die CDU-Generalsekretärin würgte jede aufkommende Personaldebatte auf Bundesebene sofort ab. Damit man den Blick der Wähler ganz auf die Bilanz der hessischen CDU lenken könne, brauche "man eine entsprechende Diskussionskulisse und Disziplin auf Bundesebene", mahnte sie. Man müsse den Wählern zudem ausreden, dass es in Hessen "um eine Abrechnung mit wem auch immer geht". Auf diese Position sollen Präsidium und Bundesvorstand am Montag und dann kommenden Sonntag auf einer Sondersitzung eingeschworen werden. Aber einfach wird dies nicht. 

Wenn Bouffier fällt, wankt auch Merkel 

Es ist fraglich, ob sich Bouffier nach dem 28. Oktober im Amt halten kann.  Denn auch der Hessen-CDU droht ein Debakel: Laut Umfragen sind die Christdemokraten unter 30 Prozent abgesackt -  obwohl die schwarz-grüne Koalition über den größten Teil der Legislaturperiode gute Zustimmungswerte erhalten hatte. Doch nun droht CDU-Vize Bouffier angesichts der bundesweiten Kritik an den Groko-Parteien ein Abrutschen. Und der CDU-Politiker könnte etwa von einem SPD-Grünen-FDP-Bündnis oder einer rot-rot-grünen Koalition abgelöst werden. Um das zu verhindern, will die CDU nun alles mobilisieren, was laufen kann. Allein Kramp-Karrenbauer tritt fast 20-mal in Hessen auf, die Kanzlerin viermal in der letzten Wahlkampf-Woche.

Es gilt als offenes Geheimnis, dass Merkels Schicksal an das von Bouffier geknüpft sein könnte. Sollte dieser kippen, dann dürfte es jedenfalls für die CDU-Chefin nicht einfach werden, sich auf dem Bundesparteitag Anfang Dezember wieder zur Parteichefin wählen zu lassen.

 "CSU hat viel Vertrauen gekostet"

Bouffier selbst gibt der CSU die Schuld an seinen schlechten Umfragewerten: "Die CSU war leider in den letzten Monaten für das Ansehen der Union insgesamt nicht besonders hilfreich", sagte er der "Welt am Sonntag". "Die CSU hat die Union in der letzten Zeit viel Vertrauen gekostet. Man kann nicht über Monate den Eindruck erwecken, dass vieles durcheinander geht und die Regierung nicht handlungsfähig ist, und dann erwarten, dass die Leute der Union vertrauen."

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