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Kita-Kinder (Symbolfoto).

Haushalt Rodgau

Viel Geld für Betreuung

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Die Kinder sind der Stadt 2019 rund 13,4 Millionen Euro wert. Knapp 99 Millionen Euro an Erträgen erwartet der Kämmerer für das Haushaltsjahr 2019.

Insgesamt 455 kommunale Stellen wird die Stadt Rodgau im kommenden Jahr bezahlen. Das Gros macht dabei die Kinderbetreuung aus: 233 Stellen sind in den städtischen Kitas und Krippen geplant – und damit erstmals mehr als in der Stadtverwaltung, die 222 Stellen umfassen wird. Wie Bürgermeister und Kämmerer Jürgen Hoffmann (SPD) den Stadtverordneten in der jüngsten Sitzung klarmachte, schlagen allein die Personalkosten für die Betreuung der Klein- und Kindergartenkinder voraussichtlich mit 13,4 Millionen Euro zu Buche; sie liegen damit um 1,75 Millionen Euro höher als in diesem Jahr.

Verwunderlich sind diese Zahlen nicht: Hoffmann kündigte in seinem Haushaltsentwurf, den er im Stadtparlament einbrachte, allein 24 Gruppen für unter Dreijährige an. Zum Vergleich: 2011 bot die Stadt noch sieben Gruppen für Kleinkinder an. Das bedeutet binnen acht Jahren eine Steigerung von 343 Prozent. Die Kindergartengruppen werden ebenfalls mehr: 46 sind im kommenden Jahr geplant. 2015 waren es noch 35. Schon seit 2011 bietet die Stadt kostenlose Plätze für über Dreijährige an.

Im Kindergartenjahr 2018/2019 besuchen rund 1600 Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt einen Kindergarten. Da das Land den Kommunen 135,60 Euro pro Monat und anspruchsberechtigtem Kind zahlt, hat die Stadt 2019 somit rund 2,6 Millionen Euro mehr im Säckel. Das Geld werde jedoch nur einmalig reichen, um die gestiegenen Kosten im Bereich Kinderbetreuung zu decken, warnte Hoffmann. Die Einrichtung jeder neuen Kita-Gruppe koste jährlich rund 200 000 Euro.

Rodgau steuert auf die 50 000 Einwohner zu, ist damit bald Sonderstatusstadt mit mehr Rechten, aber auch mehr Aufgaben. Deshalb werden im kommenden Jahr in der Verwaltung für 14,4 Millionen Euro 18,5 Stellen neu geschaffen.

Auch der Ersatzbau für das abgebrannte Funktionsgebäude im Strandbad Nieder-Roden schlägt sich im Haushalt nieder. 150 000 Euro an Planungskosten sind für 2019 veranschlagt. Die Verwaltung hat auch schon die Möglichkeit, Aufträge in Höhe von 1,1 Millionen Euro für den Neubau zu erteilen. Die Ausgaben werden aber erst in späteren Haushaltsjahren fällig.

Zum Jahresende wird Rodgau keine Kassenkredite mehr haben. Im Rahmen des Entschuldungsprogramms Hessenkasse bekam die Stadt 43 Millionen Euro anerkannt. 2017 stand die Stadt noch mit 52,7 Millionen Euro in der Kreide. Am 17. September dieses Jahres, dem Stichtag für die Hessenkassen, waren es noch 48,5 Millionen Euro.

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