+
Zu vermieten - aber zu welchem Preis?

Mietpreisbremse in Wiesbaden

Verpasste Chance

Die Dramaturgie des Vorstoßes für die einprozentige Deckelung der Mieten der städtischen Wohnungsgesellschaften war von Beginn an falsch angelegt. Der Kommentar zur Mietpreisbremse in Wiesbaden.

Es hätte ein so schöner Einstieg in den Oberbürgermeisterwahlkampf werden können: Die SPD tut etwas für die kleinen Leute und OB Gerich ist vorne dabei. Aber Gerich und SPD-Stadtrat Manjura haben sich verrechnet. Mit der Mietpreisbremse können sie nun im OB-Wahlkampf nicht punkten. Das Projekt ist gescheitert, die Kooperationspartner zogen nicht mit. Wieso sollte auch ausgerechnet die CDU ihrem schärfsten Gegner im OB-Wahlkampf einen Erfolg auf dem Silbertablett präsentieren?

Die Dramaturgie des Vorstoßes für die einprozentige Deckelung der Mieten der städtischen Wohnungsgesellschaften war von Beginn an falsch angelegt. Die Geschäftsführer der kommunalen Gesellschaften wurden vor den Kopf gestoßen, sie waren nicht eingeweiht. GWW-Geschäftsführer Kremer reagierte mit öffentlicher Kritik. Das macht keinen guten Eindruck.

Unverständlich ist auch, warum Gerich und Manjura nicht im Vorfeld nach Verbündeten suchten. Die Grünen sind mit ihren Forderungen nicht weit vom SPD-Mietpreisdeckel entfernt, im Parlament haben sie sich der Stimme enthalten. Die Berechnungen Manjuras zur Finanzierbarkeit der Mietpreisbremse mögen richtig sein. Aber die politischen Widersacher hatte er nicht im Blick. Verpasste Chance.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare