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Pianistin und Professorin Stefania Neonato zeigt den Zuhörern den Unterschied zwischen Hammerklavier und Konzertflügel.

Büsing-Palais in Offenbach

Treffpunkt für Mozart-Freunde

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Im Büsing-Palais in Offenbach wird am Wochenende das dritte „toujours Mozart“-Festival gefeiert.

Ein Stadtpalais voller Musik: Beim Eintreten erklingt eine Geigenbearbeitung einer Tenorarie aus „Don Giovanni“, im Offenbach-Saal proben Mitglieder der Bayerischen Staatsoper und natürlich darf der köstlichste Mozart-Kommerz, die gleichnamige Schokokugel – in diesem Fall die Salzburger Variante – nicht fehlen. Am Wochenende hat sich das Büsing-Palais zum Mekka der Mozartfreunde gewandelt, zum drittel Mal war Offenbach Gastgeber des „toujours Mozart“-Festivals.

Das von der Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation ausgerichtete Festival widmet sich ganz Mozart, seiner Zeit und seinen Zeitgenossen. So können die Besucher etwa unter Anleitung von Tanzmeister Jürgen Schrape erfahren, wie Ende des 18. Jahrhunderts getanzt wurde oder wie man sich am Salzburger Hof bei einem Ball zu benehmen hatte.

Verschiedenen Vorträge und Filme beschäftigen sich mit der Musik und der Wirkung Mozarts. Herzstück des Festivals sind natürlich die unterschiedlichen Konzerte: Etwa die Aufführung der Pasticcio-Oper „L’ ape musicale“ („Die musikalische Wespe“) mit Musikstücken von Mozart, Salieri oder Cimarosa von Mitgliedern der Bayerischen Staatsoper. Pianistin Stefania Neonato führt im Konzert den Besuchern vor, wie sich die Musikstücke auf Hammerklavier und Konzertflügel unterscheiden.

Aber nicht nur Profimusiker, auch ambitionierte Laien und Amateure dürfen bei dem Festival ihr Können dem Publikum vorstellen. Das städtische Kulturamt und die Musikschule zeichnen sich für vier „Mozart & jedermann“-Konzerte verantwortlich. Da ist nicht nur Eva Köhler vom Stiftungsvorstand als Sopranistin mit Arien von Mozart und Traetta zu hören, auch Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) zeigt kurz am Flügel mit dem Adagio aus der A-Dur-Sonate sein Können. 20 Jahre Klavierunterricht habe er gehabt. „Inzwischen komme ich leider gar nicht mehr zum Spielen“, sagt er.

Schüler können sich präsentieren

Das Jedermann-Konzert ist gerade für Schüler der Musikschule eine Möglichkeit, sich zu präsentieren. Etwas aufgeregt seien sie vor ihrem Auftritt gewesen, sagen Said Arieb Haschemi und Gabriel Rose: Die beiden Elfjährigen haben mit einem Menuett und Trio für Violine und Klavier die Konzertreihe am Wochenende eröffnet. „Ich lerne schon seit fünf Jahren Geige an der Musikschule“, sagt Haschemi, Rose wird am Klavier von seiner Mutter unterrichtet. „Es hat aber Spaß gemacht, hier zu spielen“, sagen sie.

„Meine Lehrerin an der Musikschule fragte, ob ich nicht im Büsing-Palais auftreten möchte“, sagt Emil Thum. Der 19-Jährige präsentierte ein Mozart-Stück auf ungewöhnliche Art: Auf einem Instrument, das erst rund fünf Jahrzehnte nach Mozarts Tod entwickelt wurde, einem Saxophon. „Es ist sehr gut, dass unsere Schüler die Möglichkeit haben, hier im rahmen des Festivals aufzutreten“, sagt Schulleiterin Claudia Zinecker. Die von Kürzungen bedrohten hessischen Musikschulen bräuchten Öffentlichkeit, um auf ihre Arbeit hinzuweisen.

„Außerdem sind wir froh, dass wir unsere Preisträger von ‚Jugend musiziert‘ hier vorstellen können“, sagt sie. Fünf der sieben Preisträger des Ende Januar abgehaltenen Wettbewerbs beteiligen sich an der Konzertreihe am Wochenende. „Aber es haben sich auch Bürger, die nicht der Musikschule angehören, bei uns gemeldet und spielen mit“, sagt Kulturamtsleiter Ralph Ziegler, „es ist wirklich ein Konzert für jedermann.

„Ich war schon letztes Jahr dabei, das Festival passt auch gut ins Büsing-Palais“, sagt Besucherin Anja Krämer. „Schön, dass viele Programmpunkte kostenfrei sind“, lobt ein anderer Besucher, „ich hoffe, dass das Festival auch nächstes Jahr wieder nach Offenbach kommt.“

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