Gesammelte Kurznachrichten

Suhrkamp-Gesellschafter verhandeln über Umzug

Affenstein als Kulturdenkmal anerkannt +++ Betrüger kaufen mit EC-Karten ein +++ Feldmann will Bürger im Boot +++ Schüler ohne Betreuung wegen des Turnfests

Es ist wirklich der Affenstein

Der "Affenstein", das auf dem Westend-Campus ausgegrabene Bruchstein-Türmchen, ist jetzt "als Kulturdenkmal anerkannt", berichtet Frankfurts Denkmalamtsleiterin Andrea Hampel. Beim Austausch der Argumente über den Fund am Freitag im Ministerium für Wissenschaft und Kunst habe die Universität keine Einwände mehr formuliert. (fr)

Das bedeutet, dass der runde Turm in den Neubau der Bibliothek der Gesellschaftswissenschaftler an der Hansaallee integriert wird. Archäologin Hampel hatte das Gemäuer von Anfang an als mittelalterlichen Wehrturm beurteilt. Aufgefundene Scherben und medizinisches Gerät, die aus Heinrich Hoffmanns Irrenanstalt "Auf dem Affenstein" stammen, werden im Sommer in der großen Heinrich Hoffmann-Ausstellung des Frankfurter Historischen Museums gezeigt werden. (clau)

Betrüger kaufen mit EC-Karten ein

Gegen eine Bande von drei mutmaßlichen Betrügern hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt Anklage erhoben. Wie Behördensprecherin Doris Möller-Scheu am Freitag mitteilte, sollen ein 34-jähriger Deutscher sowie zwei 24 und 28 Jahre alte Polen in deren Heimat gutgläubige Landsleute angeworben haben, die mit ihren Papieren in Deutschland insgesamt 44 Girokonten bei verschiedenen Banken eröffneten. Mit den anschließend übersandten EC-Karten gingen die Betrüger einkaufen oder bestellten Waren im Internet über Lastschriftverfahren. Zwischen 2006 und 2008 entstand laut Anklage in 282 Fällen ein Schaden von mindestens 152 000 Euro. (geo)

Feldmann will Bürger im Boot

Eine Gruppe um den SPD-Stadtverordneten Peter Feldmann hat in einem Thesenpapier "Perspektiven zur Bundestags- und Kommunalwahl" entwickelt. In dem Thesenpapier, das gestern dem Frankfurter SPD-Vorstand zuging, wird als zentrales Element das Engagement für eine direkte Beteiligung der Bürger am politischen Prozess und für soziale Gerechtigkeit herausgestellt. Der Frankfurt Pass für Bedürftige müsse so gestaltet werden, dass auch Berufsanfänger, Verkäuferinnen, Polizisten und Pflegekräfte Berücksichtigung finden. Es müsse ein Bürgerhaushalt entwickelt werden, bei dem die Menschen an der Entscheidung über die Verwendung des Geldes direkt beteiligt werden. Es gelte für die SPD, den Spagat zu schaffen zwischen der durch die Finanzkrise bedrohten Mittelschicht und den verarmten Teilen der Gesellschaft. (jg)

Schüler ohne Betreuung wegen des Turnfests

Das hessische Kultusministerium bringt Eltern und Stadtschulamt in Bedrängnis. Weil die Schulen für die Dauer des internationalen deutschen Turnfestes schließen dürfen, fehlt die Betreuung. Das Stadtschulamt versucht nun, Kinder ohne Hortplatz in Kirchengemeinden und Jugendhäusern unterzubringen. (dpa)

Suhrkamp-Gesellschafter verhandeln über Umzug

Es gibt noch keinen Beschluss über einen Umzug des Suhrkamp-Verlages nach Berlin. Das betonte Verlags-Sprecherin Tanja Postischil. Es gelte, "das Ende der Vergleichsverhandlungen zwischen den Gesellschaftern abzuwarten". Zu ihnen gehört mit 20 Prozent auch Joachim Unseld, der Sohn des verstorbenen jahrzehntelangen Verlegers Siegfried Unseld. Von ihm wird erwartet, dass er einer Verlagerung nach Berlin kritisch gegenübersteht. Zum Stand der Verhandlungen sagte Postischil: "Man einigt sich gerade." Die Gewerkschaft verdi hält den Umzug für "länger geplant". Er diene dazu, Arbeitsplätze abzubauen und diesen Abbau zu verdecken. Die linke und emanzipatorische Suhrkamp-Kultur werde so beschädigt. (fr)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare