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Nach dem tödlichen Hilfseinsatz soll die S-Bahn-Station Ostendstraße eventuell umbenannt werden.

S-Bahn-Unfall

Station soll umbenannt werden

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Oberbürgermeister Peter Feldmann und eine Online-Petition fordern, die Station Ostendstraße nach dem getöteten Mustafa Alptug S. aus Hanau zu benennen.

Nach dem Unfalltod von Mustafa Alptug S. aus Hanau am Dienstag vergangener Woche werden Forderungen laut, die Frankfurter S-Bahn-Station Ostendstraße nach dem 17-Jährigen zu benennen. Er habe in Briefen an die Deutsche Bahn, die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) und den zuständigen Ortsbeirat „eine Umbenennung der Station Ostendstraße oder ein anderes würdiges Gedenken angeregt“, schrieb Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) am Freitag auf seinem offiziellen Facebook-Account. „Wir sollten ihn nicht vergessen“, schrieb das Stadtoberhaupt über den Verstorbenen.

Eine Online-Petition des Bruders der bei einer körperlichen Auseinandersetzung 2014 in Offenbach zu Tode gekommenen Tugçe Albayrak, der über die Plattform change.org ebenfalls eine Umbenennung der Station Ostendstraße fordert, hatten bis zum Freitagabend mehr als 25.000 Menschen unterzeichnet. „Mit seinem selbstlosen, mutigen Handeln hat er gezeigt, dass ihm sein eigenes Leben nicht mehr wert war als das eines Unbekannten“, schreibt Dogus Albayrak über Mustafa Alptug S. Der junge Mann sei ein Held und „ein Vorbild für Hilfsbereitschaft und Menschlichkeit“. Damit seine mutige Tat nicht vergessen werde, solle „als Zeichen der Anerkennung“ der S-Bahnhof nach ihm benannt werden.

Der 17-Jährige S. hatte am Dienstag vergangener Woche bei einem S-Bahn-Unfall in der Station Ostendstraße sein Leben verloren. Die Polizei geht davon aus, dass er ins Gleisbett gestiegen war, um einem betrunkenen Obdachlosen zu helfen, und dabei von der Bahn überrollt wurde. Er war noch am Unfallort an seinen schweren Verletzungen verstorben. Sein Tod hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst.

Dogus Albayrak, der die Online-Petition gestartet hat, ist stellvertretender Vorsitzender des Tugçe Albayrak e.V., der sich für das Gedenken an seine Schwester und Opfer von Straftaten einsetzt. Die Studentin war 2014 von einem jungen Mann niedergeschlagen worden und an den Folgen des Sturzes gestorben. Zuvor hatte sie zwei junge Mädchen gegen Belästigungen verteidigt.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte der Frankfurter Rundschau am Freitag, dem Unternehmen seien die Forderungen nach einer Umbenennung der Station bekannt. „Wir haben dazu aktuell keine Meinung“, sagte der Sprecher.

Die Bahn stehe derartigen Überlegungen aber grundsätzlich offen gegenüber und warte ab, wie sich die Diskussion entwickele, so der Bahnsprecher.

Eine Sprecherin der Bundespolizei teilte der FR am Freitag auf Nachfrage mit, dass die Bundespolizei mittlerweile die Ermittlungen zu einem im Internet kursierenden Video übernommen habe, auf dem die Leiche von Mustafa Alptug S. zu sehen ist. Die Familie des Getöteten hatte wegen des Videos, das offenbar kurz nach dem tödlichen Unfall aufgenommen wurde, Strafanzeige gestellt. Nach Einschätzung der Bundespolizei könnte die Erstellung und Verbreitung des kurzen Filmes nach Paragraph 201a des Strafgesetzbuches verboten sein, der die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen“ ahndet. Im Falle einer Verurteilung drohen dem Urheber des Videos bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe.

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