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Ein Flugzeug über Offenbach.

Offenbach

Stärkerer Schutz vor Lärm

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Die sieben Direktkandidaten aus Offenbach nehmen auf Wunsch der Bürgerinitiative Luftverkehr Offenbach Stellung zum Thema Flughafen.

Die Direktkandidaten aus Offenbach wollen sich überwiegend für einen besseren Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm einsetzen. Das geht aus den Antworten der sieben Kandidaten auf Fragen der Bürgerinitiative Luftverkehr Offenbach (BIL) hervor. Gefragt hatte sie zu den Themen Schallschutz, Fluglärmentgelte, Ultrafeinstaub, Nachtruhe von 22 bis 6 Uhr und der nachträglichen Änderung des Planfeststellungsbeschlusses.

Die Entgelte für Starts und Landungen nach 23 Uhr wollen alle erhöhen. Diese sollen jedoch nicht die Piloten, sondern die Fluggesellschaften treffen, betonen Nadine Gersberg (SPD) und Stefan Grüttner (CDU).

Um einen besseren Schallschutz zu erreichen, will der Grüne Tarek Al-Wazir auch die Luftverkehrssteuer an Lärmkriterien orientieren. Ziel müsse es sein, „die leisesten Flugzeuge nach Frankfurt zu bekommen“. Ähnlich sieht es Gersberg. Für Sven Malsy von den Linken führt nichts daran vorbei, die Flugbewegungen zu begrenzen – er schlägt 380 000 pro Jahr vor. Grüttner und FDP-Kandidat Oliver Stirböck setzen auf eine Ausweitung des „Segmented Approach“, bei dem besiedeltes Gebiet möglichst umflogen wird.

Bei der Frage zu Ultrafeinstaub sehen alle Kandidaten den Bedarf, verstärkt Messungen vorzunehmen, um den Einfluss des Flughafens auf die Luftqualität in der Region besser bewerten zu können. Laut Grüttner deuten erste Messungen darauf hin, „dass der Betrieb auf dem Flughafengelände einen Beitrag zu Ultrafeinstaubbelastungen leistet“. Die nachträgliche Änderung des Planfeststellungsbeschlusses halten die Kandidaten überwiegend für unrealistisch.

Beim Thema Nachtruhe kommt von CDU-Kandidat Grüttner als einzigem ein klares „Nein“. Das hätte den Verlust von wichtigen Umsteige- und Ankunftszeiten zur Folge und würde zur Abwanderung von Passagieren und Airlines führen, argumentiert er. Sein Gegenspieler, Al-Wazir, der derzeit Verkehrsminister ist, sieht hier den Bund in der Pflicht. In Berlin müsste zunächst die Grundlage geschaffen werden, um strengere Nachtflugregelungen festlegen zu können. Auch Malsy, Stirböck, der Pirat Helge Herget und der Freie Wähler Dennis Lehmann sprechen sich für ein Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr aus.

Den Regionalfonds, der mit dem Gesetz zum regionalen Lastenausgleich geschaffen wurde, befürworten alle. Die 400 000 Euro, die Offenbach pro Jahr daraus zustehen, halten Stirböck und Herget für zu wenig.

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