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"Hart diskutiert": Grünen-Chef Tarek Al-Wazir sieht von beiden Parteien viel im Vertrag.

Grüne in Hessen

Das sind die neuen Minister

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Die Grünen in Hessen stellen vier Minister. Alles, was sie über Kai Klose, Priska Hinz, Angela Dorn und Tarek Al-Wazir wissen müssen.

Soziales und Integration: Kai Klose
Am Sonntag, wenn der schwarz-grüne Koalitionsvertrag unterzeichnet wird, feiert Kai Klose seinen 45. Geburtstag. Im neuen Lebensjahr tritt der Idsteiner ein Ministeramt an. Klose wird zuständig für Soziales und Integration. Das Ministerium kennt der Grünen-Politiker gut, amtiert er dort doch seit Oktober 2017 als Staatssekretär für Integration und Antidiskriminierung. Diese Themenbereiche sind für Klose Herzenssache. In der Landtagsfraktion fungierte der schwule Politiker als queerpolitischer Sprecher. Seinen langjährigen Partner Jochen hat Klose im Juni geheiratet, nachdem er jahrelang politisch für die „Ehe für alle“ gekämpft hatte. Nach seinem Referendariat war der gelernte Deutsch- und Politiklehrer in die Politik gegangen. Bei Hessens Grünen fing Kai Klose als Referent des Vorstands an, amtierte sechs Jahre lang als Politischer Geschäftsführer und wurde Ende 2013 zum Ko-Parteivorsitzenden gewählt. 2009 zog er in den Landtag ein, wo er sich vor allem um Wirtschaftspolitik kümmerte.

Umwelt, Klima, Landwirtschaft: Priska Hinz
Zweite Runde für Priska Hinz: Die 59-Jährige ist seit fünf Jahren Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Und sie soll es bleiben. Die Verantwortlichkeit für die Wohnungspolitik wandert allerdings ins Ressort von Tarek Al-Wazir. Hinz stammt aus Diez an der Lahn, ist gelernte Erzieherin und seit 1982 hauptberuflich in der Politik unterwegs. Bis 2005 war sie in verschiedenen Funktionen in der Landespolitik aktiv – unter anderem als Fraktionsvorsitzende und als Umweltministerin, damals unter Ministerpräsident Hans Eichel (SPD). Zwischendurch war sie Stadtkämmerin und Sozialdezernentin in Maintal. Dann wechselte Hinz in den Bundestag und spezialisierte sich dort auf die Haushalts- und Finanzpolitik. Als vor fünf Jahren das erste schwarz-grüne Bündnis in Hessen geschmiedet wurde, kehrte sie Berlin den Rücken und zurück nach Hessen. Künftig arbeitet sie unter anderem an dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Ziel, dass 25 Prozent des Ackerbaus Öko wird.

Wissenschaft und Kunst: Angela Dorn
Sie tanzt gerne, wandert, ist Mutter von drei Kindern. Für ihre Hobbys und die Familie bleibt Angela Dorn künftig noch weniger Zeit als bisher: Die temperamentvolle Marburgerin soll das Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst übernehmen. Seit ihrer Schulzeit ist die 36-Jährige politisch aktiv. Hat 2017 mit Kai Klose den Landesvorsitz der hessischen Grünen übernommen, war von 2014 bis 2017 Parlamentarische Geschäftsführerin der Fraktion und lächelte gemeinsam mit Tarek Al-Wazir als Spitzenkandidatin von den Plakaten zur Landtagswahl 2013. Als letzte berufliche Tätigkeit gibt die Diplom-Psychologin die Behandlung psychisch kranker Straffälliger in der Psychiatrie Haina an. Sie ist Stadtverordnete in der Universitätsstadt Marburg, wo sie studierte und sich in der Fachschaft engagierte. In der vergangenen Legislaturperiode war die 36-Jährige Sprecherin für Umwelt, Energie und Klimaschutz und Mitglied im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks.

Wirtschaft, Wohnen, Verkehr: Tarek Al-Wazir
Tarek Al-Wazir wird Superminister. Der stellvertretende Ministerpräsident ist seit fünf Jahren für Wirtschaft, Energie und Verkehr zuständig. Jetzt wandert auch noch die Wohnungspolitik von Priska Hinz in sein Ressort. Umfragen zufolge ist der 47-jährige Offenbacher Hessens beliebtester Politiker. Der Sohn einer deutschen Lehrerin und eines Jemeniten mit dem Doppelpass ist Vollblutpolitiker. Er trat 1989 bei den Grünen ein, blieb lange Stadtverordneter, auch nachdem er 24-jährig in den Landtag eingezogen war. Al-Wazir ist Diplom-Politologe und zweifacher Vater. Wohnt mit seiner Familie im Offenbacher Stadtteil Rumpenheim, der von Fluglärm stark betroffen ist. Als Schüler hatte er die Vision eines Flatrate-Tickets, die er als Minister umsetzte: ein hessenweit gültiges 365-Euro-Jahresticket für Schüler und Auszubildende. Als Nächstes sollen die Senioren in den Genuss eines solchen Angebots kommen. Laut Koalitionsvertrag wird er die Flughafenpolitik der kleinen Schritte fortsetzen.

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