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Die Delegierten belohnten Oliver Franz mit viel Applaus.

Wiesbaden

CDU setzt auf Oliver Franz

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Wiesbadens Parteichef Oliver Franz wird mit großer Mehrheit im Amt bestätigt. Beim Kreisparteitag gibt er eigene Fehler zu.

Es war nur ein Satz, aber er machte hellhörig. Er habe auch nicht alles richtig gemacht, gab der Wiesbadener CDU-Kreisvorsitzende Oliver Franz auf dem Kreisparteitag am Freitagabend zu. 151 von 171 Delegierten waren anwesend. Welche Fehler Franz meinte, sagte er allerdings nicht. Seine Hartleibigkeit beim Streit um die Straßenreinigungssatzung? Seine Abwesenheit am Abend der Bundestagswahl, die von seinen Parteifreunden mit Buhrufen quittiert worden war? Das blieb offen. Dafür legte Franz seine Strategie dar, wie er die CDU für die Landtagswahl im Oktober 2018 und die Oberbürgermeisterwahl 2019 stärken will. 

Mehr Präsenz in der Öffentlichkeit zeigen, auf die Themen der Menschen eingehen und das eigene Profil schärfen, wobei das Thema Sicherheit ganz oben auf der Liste zu stehen scheint. „Da haben wir einen Glaubwürdigkeitsbonus“, sagte er. Mit Fahrradabstellplätzen und Dachbegrünung bräuchten die Christdemokraten es erst gar nicht versuchen, dies seien Grünen-Themen. Mit der Resonanz auf sein Zehn-Punkte-Papier zur Sicherheit in der Innenstadt und der Waffenverbotszone sei er zufrieden, sagte er.

Die Delegierten belohnten seine Rede mit viel Applaus. Und mit einer Bestätigung im Amt. Franz wurde mit 79,7 Prozent der Stimmen wieder zum Wiesbadener CDU-Parteivorsitzenden gewählt – ein besseres Ergebnis als vor zwei Jahren. Damals, kurz nach dem hohen Stimmenverlust bei der Kommunalwahl 2016, erhielt er nur 69 Prozent der Delegiertenstimmen. 

Eine Aussprache fand nicht statt. Geschlossenheit zeigen und Querelen nicht nach außen tragen gehörte denn auch zu den Verhaltensregeln, die Franz seinen Parteifreunden ans Herz legte. „Das ist unser Vorteil gegenüber der SPD“, sagte er mit Verweis auf die Streitlust der Sozialdemokraten. „Damit können wir punkten.“

Auch die vier stellvertretenden Vorsitzenden wurden wiedergewählt. Die ehemalige Bundesministerin Kristina Schröder, die wegen der Geburt ihrer dritten Tochter vor wenigen Tagen nicht anwesend war, bekam lediglich 72 Prozent der Delegiertenstimmen. Ralf Stettner erhielt 74 Prozent und Bernd Wittkowski 77,6 Prozent der Stimmen. Der frühere Oberbürgermeister Helmut Müller schnitt mit 83 Prozent Zustimmung am besten ab.       

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