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Fahrt mit Zweisystemzug zwischen Bahnhof Höchst, Sossenheim, Sulzbach, Bad Soden auf der Linie RB11.

RTW

Regionaltangente West kommt später

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Die Züge der Regionaltangente West werden laut RTW-Geschäftsführer wohl erst 2025 fahren.

Bis die ersten Züge der Regionaltangente West (RTW) fahren, werden noch einige Jahre vergehen. Die Inbetriebnahme werde sich voraussichtlich von 2023/24 auf 2024/2025 verzögern, sagte RTW-Geschäftsführer Horst Amann der Frankfurter Rundschau bei einer Probefahrt mit einem Zweisystemzug am Samstag. Als Grund nannte er die Komplexität der Planung. 

Um zu zeigen, wie die Regionaltangente aussehen wird, fuhr am Samstag ein Zweisystemzug aus Karlsruhe zwischen Höchst und Bad Soden. Zweisystemzüge können auf Schienen der Eisenbahn und der Straßenbahn beziehungsweise U-Bahn fahren. „Ein ähnlicher Zug wird auch bei der RTW eingesetzt“, sagte Amann, der auf den Komfort und die geräuscharme Fahrweise verwies. 

Zahlreiche Interessierte fuhren am Samstag mit - die Fahrten waren kostenfrei. Die frühere Leiterin des Frankfurter Straßenbauamts, Gabriele Dehmer, war mit dabei: „Während meiner Amtszeit habe ich darauf geachtet, dass die Bahn über die Leunabrücke fahren kann“, sagte Dehmer. Sie war 2015 in den Ruhestand gegangen. 

Als der Zug der Baureihe ET 2010 der Verkehrsbetriebe Karlsruhe im Bahnhof Höchst einfuhr, griff Ulrich Uplegger zum Fotoapparat. Mit einem solchen Zweisystemzug sei er noch nicht gefahren, sagte der 64-Jährige aus Wiesbaden, der sich über die RTW informieren wollte. 

Auch der 23 Jahre alte Patrick Steigerwald aus dem Raum Aschaffenburg fuhr mit, um die RTW kennenzulernen. Ihn interessiere, wie es im Ballungsraum rund um Frankfurt möglich sei, Infrastrukturprojekte umzusetzen. 

„Wir sind hier, um zu zeigen, dass es funktioniert“, sagte Horst Amann. Der nördliche Bauabschnitt sei schon in der Planfeststellung, in den kommenden Monaten komme ein zweiter Abschnitt hinzu. Die Kosten der Tangente zwischen Frankfurt/Praunheim und Dreieich/Buchschlag beziehungsweise Bad Homburg und Neu-Isenburg/Birkengewann bezifferte Amann auf bis zu 500 Millionen Euro. Eine neue Kosten-Nutzung-Rechung sei in Arbeit. Amann rechnet mit einem besseren Wert als bei der letzten Kosten-Nutzen-Rechnung aus dem Jahr 2007. Damals hatte sich ein Wert von 1,17 ergeben; der Nutzen lag demnach 17 Prozent über den Kosten. „Der Nutzen wird noch höher sein als bisher erwartet“, sagte Amann voraus. 

Frankfurter Innenstadt gut ans Schienennetz angebunden

Sowohl Amann als auch der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling (SPD) und der Frankfurter CDU-Verkehrsexperte Frank Nagel unterstützten eine sogenannte Flügelung der RTW auf dem Weg nach Bad Soden. Demnach sollen sich Züge aus Dreieich an der Dunantsiedlung in Sossenheim aufteilen und dann weiter nach Praunheim beziehungsweise Bad Soden fahren. 

Oesterling betonte, dass die Frankfurter Innenstadt gut ans Schienennetz angebunden sei, eine Fahrt zwischen den Kommunen außerhalb von Frankfurt aber „einen halben Tag“ dauern könne. Die RTW schaffe schnelle Verbindungen etwa zwischen Eschborn und Höchst oder Höchst und dem Frankfurter Flughafen. „Sie bringt eine Qualitätsverbesserung“, sagte er.  Dass sich die Inbetriebnahme herauszögern wird, kommentierte Oesterling so: „Es ist in den letzten Jahren mit der RTW noch nie schneller gegangen.“ 

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Hessen lobte die Regionaltangente bei der Probefahrt: „Wir unterstützen die RTW, weil sie dazu beiträgt, den Nahverkehr und den Radverkehr zu vernetzen“, sagte Norbert Sanden vom ADFC Hessen. Schnelle Radwege entlang der Schienenverbindung müssten nun allerdings noch nachträglich geplant werden.

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