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Bis heute eine Reizfigur: der ehemalige Ministerpräsident Roland Koch (Mitte).

Wilhelm-Leuschner-Medaille

Protest gegen Ehrung von Roland Koch wächst

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Gewerkschaftschefs protestieren gegen die geplante Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille an Roland Koch (CDU). Sie finden, dass "rassistisches Handeln" nicht ausgezeichnet werden dürfe.

Drei Gewerkschaftschefs protestieren in scharfem Ton gegen die geplante Verleihung der Wilhelm-Leuschner-Medaille an den früheren Ministerpräsidenten Roland Koch (CDU). Jürgen Bothner (Verdi), Maike Wiedwald (GEW) und Jörg Köhlinger (IG Metall) erinnern in einem offenen Brief an Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und seinen Stellvertreter Tarek Al-Wazir (Grüne) an Kochs umstrittenen Wahlkampf gegen die doppelte Staatsbürgerschaft im Jahr 1999.

„Wenn rassistisches Handeln Jahrzehnte später mit einer Auszeichnung der antifaschistischen und widerständigen Traditionen im Sinne Leuschners gekrönt werden soll, dann ist das ein Schlag in die Gesichter all jener, die sich aufrecht gegen soziale Ungerechtigkeit und gegen Rassismus in unserer Gesellschaft engagieren“, schreiben sie.

Am 1. Dezember soll die Medaille, die nach dem Gewerkschafter und Widerstandskämpfer Leuschner benannt ist, an Koch sowie Bundeswirtschaftsministerin Brigitte Zypries (SPD) und den Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Frankfurt, Salomon Korn, verliehen werden. Eine Protestkundgebung vor dem Wiesbadener Kurhaus ist angekündigt. Außerdem läuft eine Online-Petition gegen die Auszeichnung.

Im Frankfurter Stadtparlament hätte es auf Wunsch der Linken am Donnerstagabend eine Debatte über die Auszeichnung geben sollen. Die Fraktion forderte, dass Frankfurt Stellung gegen die Ehrung Kochs bezieht. Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU) lehnte die Aufnahme auf die Tagesordnung aber ab. Es fehle der Bezug zu Frankfurt, argumentierte er.

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