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Halit Yozgat wurde in Kassel von der rechten Terrorgruppe NSU ermordet. Ein Preis soll nun die Erinnerung an ihn wachhalten.

Rechter Terror

Preis zur Erinnerung an NSU-Opfer

Im Jahr 2006 wurde Halit Yozgat von der rechten Terrorgruppe NSU ermordet. Kassel will dem Opfer rechter Gewalt gedenken und schreibt dazu einen Preis aus.

Nach der Debatte um eine abgesagte Gedenkveranstaltung im Frühjahr soll in Kassel künftig ein Preis an das NSU-Opfer Halit Yozgat erinnern. Einen entsprechenden Vorschlag habe Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) dem Stadtparlament gemacht, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Der Preis soll mit 3000 Euro dotiert sein und jährlich für wissenschaftliche Arbeiten oder bürgerschaftliches Engagement zu Themen wie Ausgrenzung und politisch motivierte Gewalt vergeben werden. Das Stadtparlament soll am kommenden Montag, 26. November, darüber entscheiden.

Was das für die jährliche Gedenkveranstaltung am 6. April in Kassel bedeutet, ist noch unklar. Die Stadt hatte die Kundgebung zuletzt abgesagt, weil sie angesichts antitürkischer Proteste und Anschläge eine Störung befürchtete. Trotzdem waren dort 300 Menschen friedlich zusammengekommen. Kassel wurde für die Absage kritisiert. Geselle hatte angekündigt, sich Gedanken über die Form des künftigen Gedenkens zumachen.

Es werde auch künftig eine Gedenkveranstaltung geben, sagte der Stadtsprecher. Über die Form werde noch beraten werden. Laut Geselles Vorschlag soll der Preisträger während einer Gedenkveranstaltung in der Woche vor oder nach dem 6. April seine Arbeit vorstellen. Im Jahr 2006 wurde Halit Yozgat mutmaßlich von der rechten Terrorgruppe NSU (Nationalsozialistischer Untergrund) getötet. Heute erinnern ein Gedenkstein und der Halit-Platz an den Besitzer eines Kasseler Internetcafés. (dpa) 

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