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Hier gingen mal Studenten ein und aus.

Mainz Immobilien

Militärisches Flair in Toskanarot

Im Januar rücken an der ehemaligen Studentenburg in Mainz die Handwerker an. In der früheren Kaserne entstehen 113 neue Wohnungen. Die historischen Treppenhäuser werden erhalten, aber überall wird es Aufzüge geben.

Von Mareike Gröneweg

Der Umbau der ehemaligen Studentenburg kann beginnen: Baudezernentin Marianne Grosse (SPD) hat den Bauschein an den privaten Investor Axel Krechberger von Dolphin Capital Projekt übergeben. Im Januar 2014 soll das Projekt „Canisius Carrée“ starten. Es entstehen 113 neue Wohnungen im ehemaligen Offiziersgebäude der früheren Lee-Barracks.

Damit findet der seit 2011 andauernde Leerstand in absehbarer Zeit ein Ende. Der Vorbesitzer hatte große Pläne für ein Seniorenwohnprojekt verkündet, aber nichts davon umgesetzt. Nun soll das Gebäude auf dem 14 500 Quadratmeter großen Grundstück in drei Vollgeschosse und zwei Dachgeschosse mit Maisonettewohnungen umgestaltet werden.

Architekt Bernhard Kogel hat die Wohnanlage geplant und sich bemüht, die Geschichte und die besondere Ausstrahlung des Gebäudes beizubehalten. Auch das Parkplatzproblem wurde gelöst: „Wir werden zwei Tiefgaragen bauen, jeweils rechts und links unter den Seitenflügeln“, erläutert Kogel. So sollen 103 Stellplätze unterirdisch und zusätzlich 62 Stellplätze ebenerdig entstehen. Innerhalb des Gebäudes wird es nur Wohnungen geben.

Geplant seien unterschiedlich große Wohnungen. „Von 46 Quadratmeter bis 138 Quadratmeter ist alles dabei. Wir haben auch schon an einige Familien verkauft“, erzählt Kogel. Außerdem wird viel Wert auf das Thema Barrierefreiheit gelegt. Die historischen Treppenhäuser werden erhalten, aber überall wird es Aufzüge geben.

Balkon und Dachterrasse

Viel werde im Außenbereich verändert: Es werden Balkone und Dachterrassen angebracht. Die Wohnungen im Erdgeschoss bekommen Gartenanteile. Im Innenhof bleibt das uneingeschränkte Wegerecht, links und rechts vom Mittelgang werden Holzeinbauten angebracht, um Fahrradstellplätze zu schaffen und gleichzeitig die öffentliche Zone von den privaten Gartenanteilen zu trennen. Auch zwei Spielplätze würden auf dem Gelände errichtet. „Wir werden den militärischen Flair, der zur Geschichte des Gebäudes gehört, beibehalten“, erklärt Kogel. Aber es komme auch frischer Wind und eine neue Farbgebung in das verwitterte Offiziersgebäude: Ein Toskanarot wird die Fassade schmücken. Die Dächer werden in dunklen Tönen gehalten, und vor den Eingängen werden Glasvorbauten errichtet.

„Wir wollen diesem Ort wieder Leben einhauchen“, sagt Krechberger. Das Unternehmen ist spezialisiert auf Sanierungen von Immobilien mit hohem Kultur- und Denkmalwert. Krechberger, selbst in Gonsenheim aufgewachsen: „Ich kenne das Gebäude noch, als es in Betrieb war. “

Die Reaktionen von Seiten der Stadt und Gonsenheim sind durchweg positiv. „Wir freuen uns, dass es jetzt endlich umgebaut wird und trotzdem auch viel von dem Gebäude beibehalten wird. So gehört es einfach in das Stadtteilbild“, versichert die stellvertretende Ortsvorsteherin Sylvia Köbler-Gross (Grüne).

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