Dietzenbach

Mehr Geld für Tagespflegeeltern

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Der Kreistag hat die Tagespflege im Kreis Offenbach neu geregelt - und damit die Voraussetzung für mehr U3-Betreuungsplätze in den Kommunen geschaffen.

Tagesmütter und -väter im Kreis Offenbach sind ab 1. Januar kommenden Jahres bessergestellt. Einstimmig hat der Kreistag in seiner jüngsten Sitzung Neuregelungen für die Kindertagespflege beschlossen. Dabei geht es nicht nur um bessere Bezahlung, sondern auch um die Gleichstellung mit der U3-Betreuung in Kinderkrippen. „Die Tagespflege soll eine attraktive Ergänzung sein“, sagte Kreis-Sozialdezernent Carsten Müller (SPD).

Kindertagespflege wird im Kreis Offenbach immer mehr nachgefragt. Im Vorjahr profitierten schon zwölf Prozent mehr Sprösslinge von dieser Betreuungsform als im Jahr 2016 – mit steigender Tendenz in den kommenden Jahren. „Wir haben mittelfristig im Landkreis einen erheblichen Druck in der Kinderbetreuung“, sagte Müller. „Hauptsächlich im Westen, aber der Druck wandert nach und nach auch in den Osten.“

Zum Jahreswechsel werden Tagespflegeeltern im Kreis Offenbach nun fünf Cent mehr pro Betreuungsstunde erhalten – heißt: statt 4,95 Euro dann 5 Euro. Der Stundensatz steigt sogar um 20 Cent auf 5,15 Euro, wenn sie Fortbildungen besuchen und nachweisen, dass sie nach dem Hessischen Bildungs- und Erziehungsplan (BEP) für Kinder von 0 bis zehn Jahren arbeiten, der für Kitas und Grundschulen schon seit rund zehn Jahren gilt. Außerdem werden zwei Fortbildungstage pro Jahr gewährt.

Die Entgelte, die am Wochenende und in den sogenannten Randzeiten bezahlt werden, erhöhen sich ebenfalls. 25 Prozent mehr pro Stunde gibt es für die Betreuung zwischen 19 und 7 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen.

Künftig Krankentagegeldversicherung

Tagespflegeeltern bekommen auch bald pro Woche bis zu 30 Stunden Betreuungszeit ohne weitere Kontrolle anerkannt. Bisher waren das nur 20 Stunden. „Aktuell müssen sie über die 20 Stunden hinaus nachweisen, von wann bis wann sie was machen – mit Fahrtzeiten“, sagte Walter Fontaine (SPD). Zum 1. Januar wird der Betreuungsbedarf ohne aufwendigen Nachweis um zehn Stunden ausgeweitet.

Auch der Abschluss einer Kranken- und Rentenversicherung bis maximal 80 Euro pro Monat ist eine neue Errungenschaft, genauso wie die Krankentagegeldversicherung. Wenn die selbstständigen Tagesmütter oder -väter krank werden und keine Kleinkinder betreuen können, werden sie künftig trotzdem bezahlt – genauso wie bisher schon die Erzieherinnen in Kitas.

Eltern im Kreis Offenbach zahlen ab 1. Januar bei einer Tagespflegeperson bis zu einer wöchentlichen Betreuungszeit von 9,9 Stunden 72 Euro monatlich. Für wöchentlich 10 bis 14,9 Stunden Betreuung sind 109 Euro zu berappen, von 15 bis 19,9 Stunden 145 Euro. Der Kostenbeitrag steigert sich stufenweise bis auf 362 Euro, wenn das Kind 45 bis 50 Stunden wöchentlich betreut wird. Zusätzlich kann die Tagesmutter auf Antrag ein Essensgeld von 70 Euro pro Monat erheben.

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