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Hessens Landtagspräsident Norbert Kartmann.

Hessischer Landtag

Launiger Streitschlichter im Parlament

Norbert Kartmann ist seit 15 Jahren Hessens Landtagspräsident ? ein Porträt.

Hessens Landtagspräsident Norbert Kartmann ist für seine launige Sitzungsführung während stundenlanger Plenardebatten bekannt. Die Fußballergebnisse der Landtagsmannschaft haben beim Prolog eines Sitzungstags genauso ihren festen Platz wie die humorvolle Begrüßung von Gästen auf der Besuchertribüne oder bunte Geburtstagsglückwünsche für Abgeordnete und Minister. Am heutigen Donnerstag feiert der 69-Jährige in Wiesbaden sein 15. Amtsjubiläum als Landtagspräsident.

Aus der Ruhe bringt den Haupt- und Realschullehrer mittlerweile kaum noch etwas. Wenn die Animositäten zwischen den Fraktionen während der meist dreitägigen Sitzungen überhand nehmen, bekommt jede politische Farbe ihr Fett weg. Und wenn trotz humorvoller Hinweise und Ermahnungen keine Ruhe unter den 110 Abgeordneten im Parlament einkehrt, dann kommt auch mal die alte Benimmschule bei dem 69-Jährigen wieder durch.

„Das ganze Haus bekommt eine Rüge für despektierliches Verhalten. So geht es nicht. Wir sind hier nicht im Karnevalsverein“, platzte es jüngst aus Kartmann heraus, als wegen einer Frage zur Geschäftsordnung große allgemeine Heiterkeit ausgebrochen war. Viel häufiger sind aber Sätze wie diese überliefert: „Ich habe Sie eben promoviert. Das dürfen Sie mitnehmen“, sagte der Landtagspräsident beim Staatsakt „70 Jahre Hessen“ zum ehemaligen Ministerpräsidenten Hans Eichel – zuvor hatte er den früheren Regierungschef als „Dr. Hans Eichel“ begrüßt.

„Sie tragen Hessen im Namen. Das kann nicht jeder von uns behaupten“, sagte er bei dem Treffen Seiner Königlichen Hoheit, Donatus Landgraf von Hessen. Der ehemalige Raumfahrer Thomas Reiter, der in Frankfurt geboren wurde und bei dem Staatsakt eine Rede hielt, wurde mit dem Satz bedacht: „Wir haben einen eigenen Astronauten.“

Im Jahr 1982 saß Kartmann erstmals im hessischen Landtag. Als Roland Koch 1999 zum Regierungschef aufstieg, rückte er zum CDU-Fraktionsvorsitzenden auf. Vier Jahre später wurde der Sohn eines Siebenbürger Landwirts aus Butzbach in der Wetterau dann zum Landtagspräsidenten gewählt. In den Sitzungen des Plenums wechselt sich Kartmann mit fünf Vizepräsidenten ab.

Gegenwind für seine oft jovial-gemütlich Art erfuhr der dreifache Familienvater und eingefleischte Fan des Fußballbundesligisten Eintracht Frankfurt während seiner langen Amtszeit aber auch schon. Als der Streit in einer Debatte zwischen CDU und SPD vor der Landtagswahl im Jahr 2013 in üble Beschimpfungen mündete, griff er gegen einen Parteifreund nicht ein, um ihn zur Ordnung zu rufen. Nachdem es von der Opposition Kritik gehagelt hatte, räumte Kartmann schließlich ein, nicht entschieden genug gehandelt zu haben. (dpa)

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