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Im Mai wird die Bahnbrücke um 1,5 Meter hoch gehievt, damit ein Gerüst darunter passt.

Langen

Langener Bahnbrücke für Monate gesperrt

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Die Bahnbrücke zwischen der Südlichen Ringstraße und der Mörfelder Landstraße in Langen muss saniert werden. Das bedeutet neun Monate lang Umleitungen.

Bundesverkehrsminister Georg Leber (SPD) hatte sich im Jahr 1969 persönlich nach Langen bemüht, um die Bahnbrücke zwischen der Südlichen Ringstraße und der Mörfelder Landstraße unter dem Jubel der Menge zu eröffnen. Mit fast 50 Jahren auf dem Buckel ist das Betonbauwerk nun aber dringend sanierungsbedürftig – und schafft große Probleme: Zum einen wird damit ab April die wichtigste Verbindung zwischen dem West- und dem Ostteil der Stadt ein Dreivierteljahr lang lahmgelegt. Zum anderen muss der Bahnverkehr auf der wichtigen Rhein-Neckar-Strecke, der unter der Brücke verläuft, während der kompletten Bauarbeiten uneingeschränkt fortgeführt werden können.

Für die Ingenieure sind die Sanierungsarbeiten eine besondere Herausforderung, für die Langener eine spektakuläre Darbietung: Nachdem die Brücke von der Fahrbahn abgetrennt ist, soll sie um 1,50 Meter angehoben werden. Nur so kann gewährleistet werden, dass zwischen den Oberleitungen der Bahn und der Brücke genügend Platz für ein Gerüst ist. Das Anheben erledigen acht Hydraulikpressen, die auf den Betonpfeilern und den Widerlagern montiert werden. Dort gibt es schon entsprechende Vorrichtungen, weil die 1550 Tonnen schwere Brücke einst in gleicher Weise auf ihre Unterkonstruktion herabgelassen wurde.

„Wir planen jetzt in Absprache mit der Deutschen Bahn schon seit drei Jahren“, sprach Bürgermeister Frieder Gebhardt in einer Pressekonferenz am gestrigen Donnerstag von einer enormen Vorlaufzeit. 1,6 Millionen Euro muss die Stadt für die Sanierung berappen, 700 000 Euro steuert dabei das Land aus dem Kommunalen Investitionsprogramm (KIP) bei. Beim Bau vor fast 50 Jahren übernahmen noch Bund und Land einen Großteil der Kosten von 4,45 Millionen D-Mark, weil die Südliche Ringstraße damals noch eine mit der Bahnlinie kreuzende Bundesstraße war.

In den Jahren 2003 und 2004 wurde die 94 Meter lange Brücke, über die täglich rund 20 000 Fahrzeuge rollen, schon repariert. Damals reichte es, die Fahrbahn halbseitig zu sperren. Nun muss das Bauwerk grundsaniert werden, sonst besteht die Gefahr, dass sich Betonteile lösen und auf Autos, Züge und Gleise fallen. Deshalb wird die Südliche Ringstraße voll gesperrt.

Am Samstag, 7. April – und damit unmittelbar nach den Osterferien – soll es losgehen. Nach vielen Vorarbeiten erfolgt im Mai die Anhebung der Brücke, im Oktober soll sie dann wieder gesenkt werden. Bis zum 19. Dezember ist die wichtigste innerstädtische Verkehrsschlagader gesperrt.

Die Umleitung erfolgt über die Bundesstraße 486 und die Nordumgehung. Weil dort dann Staus zu erwarten sind, sollte der Fernverkehr Langen großräumig umfahren und die A3 als Ost-West-Verbindung im Rhein-Main-Gebiet nutzen. „Wir können an alle Langener nur appellieren, das Auto stehen zu lassen, wenn sie von Ost nach West müssen“, sagte Gebhardt. Für Fußgänger und Radfahrer gibt es kaum Einschränkungen.

Der Zugverkehr kann aber nicht eingestellt werden, weil das die Bauzeit erheblich verlängern und die Kosten in die Höhe treiben würde. Bis auf die Nachtstunden an zwei Wochenenden werden S-Bahnen, Regional-, Fern- und Güterzüge weiterrollen.

In den kommenden Tagen gehen Flyer mit Infos zur Brückensanierung per Post in jeden Haushalt. Am Mittwoch, 7. März, ist um 19 Uhr eine Bürgerinformationsveranstaltung im Langener Rathaus geplant, bei der Fachleute über den genauen Zeitplan informieren.

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