Landtagsabgeordneter Thorsten Schäfer-Gümbel sah sich am Montag im Neubaugebiet Hainhausen-West (H17) um.
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Landtagsabgeordneter Thorsten Schäfer-Gümbel sah sich am Montag im Neubaugebiet Hainhausen-West (H17) um.

Rodgau

Auf lange Sicht 12 000 Einwohner mehr

  • Annette Schlegl
    vonAnnette Schlegl
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Rodgau entwickelt aktuell drei Wohnbauflächen. In Rodgau-West, einem der größten Baugebiete im Rhein-Main-Gebiet, könnte in zwei Jahren Baubeginn sein.

Bürgermeister Jürgen Hoffmann (SPD) deutet auf den Rohbau eines Mehrfamilienhauses an der Straße Zum Wingertsgrund im Rodgauer Stadtteil Hainhausen. „Höher sollen auch die Wohnblocks im Baugebiet Rodgau-West nicht werden.“ Damit versucht er allen Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen, die orakeln, in dem riesigen Neubauareal zwischen Jügesheim und Hainhausen würden Sozialghettos entstehen. „Wie hier wird es auch in Rodgau-West höchstens drei Geschosse plus Staffelgeschoss geben.“

85 Hektar Wohngebiet seien in den vergangenen acht Jahren in Rodgau geplant worden, erklärt SPD-Landtagskandidat Ralf Kunert. Der Gast, der das zu hören bekommt, ist schwer beeindruckt: „Es ist gut, dass Städte wie Rodgau ihre Verantwortung wahrnehmen“, sagt SPD-Landesvorsitzender Thorsten Schäfer-Gümbel, der sich im Rahmen seiner Sommertour am Montagmorgen dort eingefunden hat. In der Region komme die Ausweisung von Flächen nicht voran, weil viele Kommunen die Folgekosten fürchten würden, diagnostiziert der Landespolitiker. Rodgau mache da die rühmliche Ausnahme.

Auf lange Sicht würde die Stadt in den kommenden Jahren um 10 000 bis 12 000 Einwohner wachsen, sagt der Bürgermeister. Die Stadt entwickle derzeit drei Wohnbauflächen parallel: Das Baugebiet Hinter dem Dell (D24) an der Claus-von-Stauffenberg-Schule in Dudenhofen, das Baugebiet N39 im Südwesten Nieder-Rodens sowie das Baugebiet Rodgau-West. Das Neubauareal Hainhausen-West (H17) sei gerade in der Umsetzung.

Die Hessische Landgesellschaft kauft die Grundstücke im Auftrag der Stadt für 65 Euro pro Quadratmeter an, veräußert werden sie im Schnitt für 370 Euro. Für Bauland auf nicht mehr benötigten Spielplatzflächen konnten aber auch schon 700 Euro erzielt werden, so Kunert.

Fast 46 Hektar ist allein Rodgau-West groß – und damit eine der größten Wohnbauflächen im Rhein-Main-Gebiet. „Das ist das erste Baugebiet, das auf unsere Gemarkungsgrenzen keine Rücksicht nimmt“, sagt Hoffmann. Rund 5000 Menschen werden in dem Gebiet wohnen, für das unter anderem die Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG als möglicher Investor parat steht. „Wir reden aber auch mit anderen Wohnungsbaugesellschaften“, so der Bürgermeister.

Über einen städtebaulichen Wettbewerb kam man zu einem städtebaulichen Entwurf für das Gebiet. Zum Jahresende soll der städtebauliche Rahmenplan verabschiedet werden, dann geht es in die Bauleitplanung. Allerdings sei bisher kein einziges Einfamilienhaus geplant, so der Bürgermeister, und erklärte: „Das will die Politik aber anders haben.“ Das Hauptaugenmerk solle auf Ein- bis Zweizimmer-Wohnungen liegen. Auch Großwohnungen seien der Stadt wichtig.

Weil die riesige Wohnbaufläche zwischen zwei S-Bahn-Stationen liegt, will die Stadt hier zu neuen Mobilitätsformen kommen. „Wir gehen weg von Einzelstellflächen an den Objekten, lassen wahrscheinlich Parkdecks entstehen“, sagt Hoffmann. Der Sieger des städtebaulichen Wettbewerbs habe 1900 Parkplätze für das Gebiet eingeplant, der Zweitplatzierte 4500.

„In eineinhalb Jahren könnte es also hier losgehen“, rechnet Schäfer-Gümbel vor. „In zwei Jahren“, korrigiert ihn der Bürgermeister.

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