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Umstritten: Der Eingang des Archäologischen Museums in der Karmelitergasse soll geschlossen werden.

Haushalt Frankfurt

Kultur muss 3,8 Millionen sparen

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Frankfurts Kämmerer Uwe Becker stellt die Vorgabe für Kulturdezernent Felix Semmelroth klar: 3,8 Millionen Euro muss der im Doppelhaushalt 2015/2016 einsparen. Die neue Spar-Vorgabe ersetzt die alte Zielmarke von neun Millionen Euro, die Semmelroth nicht annähernd hatte erfüllen können.

Frankfurts Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) muss im städtischen Doppelhaushalt 2015/2016 insgesamt 3,8 Millionen Euro einsparen. Das ist die politische Vorgabe der Stadtregierung, wie Kämmerer Uwe Becker (CDU) am Montag klarstellte.

Um diese Zahl hatte es in den zurückliegenden Wochen viel Verwirrung gegeben. Becker hatte in einer Pressekonferenz am 15. Mai von zwei Millionen Euro gesprochen. Diese Zahl habe sich jedoch nur auf ein Haushaltsjahr bezogen, wie Beckers Sprecherin Laura Wagner am Montag erläuterte. Präzise seien es 1,9 Millionen Euro pro Haushaltsjahr, bis zum Ende des Jahres 2016 also 3,8 Millionen Euro.

Diese neue Vorgabe ersetzt die alte Spar-Zielmarke von neun Millionen Euro, die Semmelroth nicht annähernd hatte erfüllen können. Becker hatte am 15. Mai gesagt, der Kulturdezernent habe nur 1,7 Millionen Euro erbracht, Semmelroth bestreitet das und spricht von vier Millionen.

Ein heftig umstrittenes Feld der Sparpolitik ist die geplante enge Verzahnung des Instituts für Stadtgeschichte mit dem Archäologischen Museum. In einem Brief an Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) haben die Archäologen der Johann-Wolfgang- Goethe-Universität den Politiker zum Eingreifen aufgefordert. Der OB müsse Sorge dafür tragen, „dass die Selbstständigkeit des Archäologischen Museums der Stadt Frankfurt gewahrt bleibt und das Haus auch in Zukunft durch einen eigenen Direktor geleitet werden wird“.

In Hessen existiere kein anderes Haus, das regelmäßig Sonderausstellungen zur vor- und frühgeschichtlichen und klassischen Archäologie zeige. Es handele sich um das einzige Fachmuseum seiner Art in Hessen, das sich ausschließlich der Archäologie widme, und zwar in der gesamten chronologischen Breite von der Altsteinzeit bis in die Neuzeit. Die Archäologie in Hessen würde durch eine Zusammenführung des Museums mit dem Institut für Stadtgeschichte „nachhaltig beschädigt“.

Der Brief ist unterzeichnet von Rüdiger Krause, dem Geschäftsführenden Direktor des Instituts für Archäologische Wissenschaften, und formuliert „im Namen aller Kolleginnen und Kollegen“ des Fachbereichs. Für die Wissenschaftler sei das Archäologische Museum „eine zentrale und wichtige Institution, die in sehr unterschiedlicher Weise mit der Universität interagiert und kooperiert“. Die Experten befürchten, dass die geplante Umstrukturierung das Archäologische Museum „zum Spielball einer gemeinsamen Direktion mit einseitigen oder wechselnden Interessen“ werden lasse.

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